20 March 2026, 08:09

Wie Seemannslieder die deutsche Popkultur bis heute prägen

Altes Buchcover mit einem Schiff, das auf Wasser unter einem blauen Himmel segelt, mit der Aufschrift "Fünf ausgezeichnete neue Lieder" oben.

Wie Seemannslieder die deutsche Popkultur bis heute prägen

Das Meer hat die deutsche Popkultur seit jeher geprägt und Generationen von Liedern und Filmen inspiriert. Seit dem 19. Jahrhundert sangen Matrosen und Hafenarbeiter in Städten wie Hamburg und Kiel Seemannslieder – traditionelle Shanties, die vom Leben auf See erzählten. Diese Melodien fanden später den Weg in die populäre Musik, nicht zuletzt durch Künstler wie Hans Albers und Freddy Quinn.

Anfang des 19. Jahrhunderts sangen Seeleute und Arbeiter in Hamburg und Kiel Arbeitslieder, um ihre Tätigkeiten zu koordinieren und die Stimmung zu heben. Diese Seemannslieder wurden in Sammelbänden festgehalten und bewahrten so die maritimen Traditionen. In den 1930er-Jahren machte der Schauspieler und Sänger Hans Albers sie einem breiten Publikum bekannt.

Albers, der den Spitznamen "blonder Hans" trug, spielte in Große Freiheit Nr. 7 (1944) die Rolle des Hannes Kröger, eines Seemanns, der von der Weite des Meeres träumt. In einer legendären Szene singt er La Paloma an Bord der Padua – dem letzten großen Hamburger Segelschiff, das heute als russisches Schulschiff Krusenstern unterwegs ist. Seine Auftritte verbanden volkstümliche Traditionen mit Unterhaltung und machten die Shanties über die Hafenbezirke hinaus populär.

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Jahrzehnte später wuchs Michael Krieg in der Nähe der Howaldtswerke-Werft in Kiel auf, umgeben von den Klängen des maritimen Alltags. Seine Familie hörte Albers, Freddy Quinn und Lale Andersen – Künstler, die die Seemannslieder am Leben hielten. Als Junge sang Krieg sogar in einem Kirchenchor mit einem Mitglied des Lotsen-Gesangvereins, eines Chors von Hafenlotsen. Diese Erlebnisse nährten seine lebenslange romantische Faszination für die Seefahrt.

Von den Arbeitsliedern des 19. Jahrhunderts bis zum Kino des 20. Jahrhunderts hat die maritime Kultur tiefgreifende Spuren in der deutschen Musik hinterlassen. Künstler wie Albers machten aus den Traditionen der Seeleute populäre Kulturgüter, während Persönlichkeiten wie Krieg dieses Erbe weitertrugen. Der Einfluss des Meeres bleibt bis heute fest mit dem künstlerischen Erbe des Landes verwoben.

Quelle