06 May 2026, 22:07

Strompreise in Deutschland erstmals 2024 im Minus – Verbraucher kassierten für ihren Verbrauch

Eine Liniengrafik, die die monatliche Solarstromerzeugung in den Vereinigten Staaten zeigt, begleitet von erklärendem Text.

Strompreise in Deutschland erstmals 2024 im Minus – Verbraucher kassierten für ihren Verbrauch

Strompreise in Deutschland erstmals 2024 im Minus – Verbraucher erhielten Geld für ihren Verbrauch

Am Sonntag fielen die Strompreise in Deutschland erstmals in diesem Jahr unter null. Kunden mit dynamischen Tarifen mussten nicht nur nichts zahlen, sondern erhielten sogar Geld, wenn sie in dieser Zeit Strom verbrauchten. Der ungewöhnliche Preisverfall wurde durch negative Großhandelspreise ausgelöst, die über mehrere Stunden anhielten.

Die negativen Großhandelspreise begannen um 9 Uhr und hielten bis 17 Uhr an. Den Tiefststand erreichte der Markt zwischen 13 und 14 Uhr, als die Preise auf -250,32 Euro pro Megawattstunde (entspricht -25,03 Cent pro Kilowattstunde) sanken. Damit erlebte Deutschland 2024 erstmals einen derart deutlichen Einbruch.

Die Nettopreise für Endverbraucher variierten je nach Region aufgrund unterschiedlicher Netzentgelte. In Gebieten mit geringeren Gebühren zahlten Tibber-Kunden zeitweise nur noch -12 Cent pro Kilowattstunde. Der niedrigste gemessene Nettopreis lag bei -8,6 Cent pro Kilowattstunde im Raum Köln – ebenfalls in der Zeit zwischen 13 und 14 Uhr.

Im Laufe des Tages stiegen die Preise wieder an. Der dynamische Tarif von Tibber erreichte zwischen 20 und 21 Uhr mit 36 Cent pro Kilowattstunde den höchsten Wert des Tages. Merlin Lauenburg, Deutschland-Chef von Tibber, warnte, dass in diesem Sommer neue Rekordwerte bei negativen Preisen möglich seien.

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Negativpreise im Day-Ahead-Großhandel sind kein völlig neues Phänomen. Bereits im Juli 2023 waren sie kurzzeitig auf -500 Euro pro Megawattstunde gefallen. Im vergangenen Jahr lagen die Großhandelspreise an 457 Stunden im Minus – Experten erwarten für 2024 ähnliche Entwicklungen, bedingt durch die anhaltende Marktunflexibilität.

Das Ereignis zeigt, wie Verbraucher von dynamischen Tarifen profitieren können, wenn die Großhandelspreise einbrechen. Zwar unterschieden sich die Nettopreise regional, doch einige Haushalte erhielten tatsächlich Geld für ihren Stromverbrauch. Analysten prognostizieren, dass negative Preise häufiger auftreten werden, da das Angebot an erneuerbaren Energien die Nachfrage zu bestimmten Zeiten zunehmend übersteigt.

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