Bochum will Taxi-Branche reformieren – doch kann sie mit Uber mithalten?
Moritz RichterBochum will Taxi-Branche reformieren – doch kann sie mit Uber mithalten?
Bochum prüft Reformen der Taxi-Regeln, um mit Fahrdienst-Apps konkurrieren zu können
Der Stadtrat in Bochum hat erste Beratungen über eine Modernisierung der Preisgestaltung und der Service-Modelle im Taxigewerbe aufgenommen. Eine neue Fachstudie soll als Grundlage für mögliche Reformen dienen.
Die Freie Demokratische Partei (FDP) in Bochum setzt sich für flexiblere Taxipreise ein. Léon Beck, Vorsitzender des lokalen FDP-Verbands, schlug vor, Taxiunternehmen zu ermöglichen, niedrigere Tarife anzubieten und – ähnlich wie bei Uber – Festpreise vorab zu nennen. Dies würde einen Bruch mit dem bisherigen System bedeuten, in dem die Preise streng reguliert sind.
Die Stadt hat bereits ein Gutachten in Auftrag gegeben, das ein Tarifmodell nach dem Vorbild der Essener Reformen von 2023 entwickeln soll. Die Ergebnisse werden jedoch erst nach der Sommerpause erwartet. Bochum strebt einen Ausgleich an: Einerseits soll der Wettbewerb gestärkt werden, andererseits die traditionellen Taxidienste erhalten bleiben.
Nach deutschem Recht benötigen alle gewerblichen Fahrgastbeförderer einen Personenbeförderungsschein (P-Schein); bei Verstößen drohen Bußgelder. Doch Bochums Ansatz könnte sich von anderen Städten abheben, die noch darüber diskutieren, wie Fahrvermittlungs-Apps reguliert werden sollen.
Die geplanten Änderungen könnten das Taxigewerbe in Bochum grundlegend verändern. Falls umgesetzt, könnte das neue Preismodell den Taxis helfen, gegen appbasierte Dienstleister zu bestehen. Die endgültigen Entscheidungen hängen jedoch vom anstehenden Gutachten und weiteren Ratsdebatten ab.






