17 March 2026, 10:08

Zuckerrübenanbau in Deutschland kämpft um Überleben gegen Preisdruck und Schädlinge

Nahaufnahme eines Blattsägewespen auf dem Boden zwischen trockenen Blättern und Gras.

Zuckerrübenanbau in Deutschland kämpft um Überleben gegen Preisdruck und Schädlinge

Deutscher Zuckerrübenanbau steht unter wachsendem Druck

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Die deutschen Zuckerrübenbauern sehen sich mit immer größeren Herausforderungen konfrontiert. Fallende Preise, schrumpfende Anbauflächen und die Konkurrenz durch zollfreie Importe im Rahmen des Mercosur-Abkommens belasten die Rentabilität stark. Gleichzeitig erschweren neue Krankheiten und Schädlinge den Anbauern die Aufrechterhaltung von Erträgen und Qualität.

In den vergangenen fünf Jahren ist die mit Zuckerrüben bestellte Fläche um 5–10 Prozent zurückgegangen – von etwa 42.000 Hektar im Jahr 2021 auf heute rund 38.000–40.000 Hektar. Besonders betroffen sind Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt, die zusammen über 70 Prozent der deutschen Rübenproduktion ausmachen.

Eine der größten Bedrohungen geht von resistenten Unkräutern und Schädlingen aus. Gänsefuß, Blattkrankheiten sowie das Rübenvergelbungs-Syndrom (SBR) – übertragen durch die Zikade Hyalesthes obsoleta – mindern sowohl Ertrag als auch Qualität. Auf Betrieben wie der Metternich-Ratibor-Corvey KG in Höxter haben schrumpfende Gewinnspannen bereits zu einer Verringerung der Rübenanbaufläche geführt.

Um gegenzusteuern, setzen die Landwirte auf neue Pflanzenschutzmittel. Erste Versuche mit dem Herbizid Rinpode zeigen vielversprechende Ergebnisse. Marius Feldmann, Betriebsleiter in Höxter, testete das Mittel auf 44 Hektar im zweiten Nachauflaufstadium. Es erwies sich als wirksam gegen Gänsefuß, war einfach anzuwenden und für die Rüben unverträglich. Zudem ließ es sich gut mit anderen Herbiziden kombinieren.

Ein weiteres Mittel, der Biostimulator Kinsidro Grow , ist mittlerweile fester Bestandteil des SBR-Bekämpfungsprogramms von Südzucker. Landwirte in ausgewiesenen Modellregionen müssen ihn nun im zweiten und dritten Nachauflaufstadium einsetzen. Zwar haben Notfallzulassungen für bestimmte Pestizide bei der Eindämmung von Ausbrüchen geholfen, doch fordern die Bauern dauerhafte Zulassungen für mehr Planungssicherheit.

Sollten diese Maßnahmen greifen, könnten sie die Zuckererträge pro Hektar steigern und die Gesundheit der Rüben verbessern. Ohne langfristige Lösungen drohen der Branche jedoch weitere Produktionsrückgänge und eine Gefährdung der regionalen Versorgungsicherheit.

Die Kombination aus Marktdruck, Krankheitsbedrohungen und regulatorischen Hürden setzt die deutschen Zuckerrübenbauern weiterhin unter Druck. Zwar bieten neue Herbizide, Fungizide und Biostimulanzien etwas Entlastung – doch ihr langfristiger Erfolg hängt von einer breiten Anwendung und zuverlässigen Zulassungen ab. Ohne weitere Unterstützung könnten die heimische Rübenproduktion und damit die inländische Zuckerversorgung in den kommenden Jahren noch stärker einbrechen.

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