13 June 2026, 12:04

Wolfram Weimers umstrittene Gedichte kehren als politischer Zündstoff zurück

"Pilzdeckel" für alle

Wolfram Weimers umstrittene Gedichte kehren als politischer Zündstoff zurück

Ein Gedichtband des deutschen Kulturministers Wolfram Weimer ist wieder in den Fokus gerückt, nachdem eine Hackerin das Werk der Nationalbibliothek überlassen hat. Das 1986 im Selbstverlag erschienene Buch enthält brisantes Material, das die Debatte über seine Vergangenheit und seine heutige Rolle in der Kulturpolitik neu entfacht hat.

Die Hackerin und Aktivistin Martha Root übergab Weimers Lyriksammlung „Kopfpilz“ im Mai 2023 an die Deutsche Nationalbibliothek. Nach der Katalogisierung gerieten die Inhalte in die Öffentlichkeit – einige Gedichte wie „Vorfreude“ und „Unglück“ thematisieren Gewalt und frauenfeindliche Motive.

Erstmals aufmerksam wurde die Öffentlichkeit auf den Band im November 2022, als der Satiriker Jan Böhmermann ihn in der Sendung „ZDF Magazin Royal“ vorstellte. Weimers Anwalt reagierte mit einer Abmahnung, doch die Bekanntheit des Buches wuchs. Root, die einst in einem rosa Power-Ranger-Kostüm eine rechtsextreme Dating-Plattform infiltrierte, betont, ihr Handeln richte sich nicht gegen Weimer persönlich, sondern sei Teil einer größeren Debatte über kulturelle Werte und Interessenkonflikte.

Kritiker wie Root werfen Weimer vor, sich nicht mit seinem Frühwerk auseinanderzusetzen – problematisch angesichts seiner heutigen Funktion als Kulturminister. Sein Ministerium hatte zuvor die Bedeutung physischer Medien heruntergespielt, später jedoch den Stopp der Bibliotheksausweitung als „Moratorium“ bezeichnet.

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Root plant nun, ein physisches Exemplar von „Kopfpilz“ zu versteigern; der Erlös soll „Lesen Hilft“ zugutekommen, einer Initiative zur Unterstützung linker Buchhandlungen. Die Übergabe an die Nationalbibliothek und die geplante Versteigerung zwingen zu einer Auseinandersetzung mit Weimers frühen Schriften und deren Relevanz für sein heutiges Amt. Die Aufnahme des Buches in den Bestand der Bibliothek stellt sicher, dass die Inhalte der öffentlichen Prüfung zugänglich bleiben.

Quelle