Willicher Eltern kämpfen um Kita-Plätze und kurze Wege für ihre Kinder
Emma KrauseWillicher Eltern kämpfen um Kita-Plätze und kurze Wege für ihre Kinder
Eltern in Willich fordern von Bürgermeister Pakusch Antworten auf die Veränderungen bei den örtlichen Kinderbetreuungsangeboten. Nach einem ersten, am 6. März datierten Schreiben, das unbeantwortet blieb, wurde nun ein zweiter offener Brief verschickt. Die Sorgen der Eltern betreffen gestrichene Kita-Projekte, längere Anfahrtswege für Familien und offene Fragen zur Finanzierung des verbleibenden Reinershof-Zentrums.
In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der in Willicher Kitas angemeldeten Kinder um etwa 14 Prozent gesunken. Während 2021 noch rund 2.800 Kinder die Einrichtungen besuchten, waren es 2025 nur noch etwa 2.400. Die Stadtverwaltung führt den Rückgang auf sinkende Geburtenzahlen, die zunehmende Nutzung privater Betreuungsangebote sowie finanzielle Belastungen durch Inflation und steigende Energiekosten zurück.
Zwei geplante Kita-Neubauten wurden inzwischen aufgrund von Haushaltskürzungen und nachlassender Nachfrage gestrichen. Als einzige neue kommunale Einrichtung wird derzeit das generationenübergreifende Zentrum Reinershof weiterverfolgt, in dem die Kita Alperof untergebracht werden soll. Doch die Beteiligung eines externen Investors wirft Fragen nach Transparenz und der finanziellen Rolle der Stadt auf.
Als Reaktion haben Eltern und die Initiative Kleine Füße, kurze Wege eine Kampagne ins Leben gerufen, die sich für weniger Stress durch lange Fahrten, verlässlichen Zugang zu Betreuungsplätzen und den Schutz von Zeit für frühe Bildung und Familienleben einsetzt. Die Gruppe hat Bürgermeister Pakusch zudem zu einer öffentlichen Diskussion über nachhaltige Lösungen eingeladen.
Im jüngsten offenen Brief fordern die Eltern Klarheit über die städtischen Angaben zu längeren Anfahrtswegen zu den Kitas. Sie argumentieren, dass die Umstrukturierungen zusätzliche Belastungen für Familien mit sich bringen, die ohnehin schon mit wirtschaftlichen und logistischen Herausforderungen kämpfen.
Mit zwei gestrichenen Projekten und nur einer neuen Einrichtung in Planung durchläuft Willichs Kinderbetreuungssystem tiefgreifende Veränderungen. Die Organisator:innen der Kampagne warten nun auf eine Reaktion aus dem Bürgermeisteramt. Ihr Ziel bleibt, für alle Familien der Stadt lokal erreichbare und bezahlbare Betreuungsmöglichkeiten zu sichern.






