Thüringen kämpft mit Workshops gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen
Jakob MaierThüringen kämpft mit Workshops gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen
Dreijähriges Pilotprojekt in Thüringen: Workshops gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen
Ein dreijähriges Pilotprojekt in Thüringen hat Präventionsworkshops zum Thema digitale sexualisierte Gewalt an Schulen in der gesamten Region gebracht. Die von Yasmina Ramdani geleitete Initiative erreichte rund 5.000 Schülerinnen und Schüler, bevor die Förderung auslief. Nun gibt es Pläne, das Programm nach den Sommerferien 2026 wieder aufzunehmen.
Die Workshops sollten ein wachsendes Problem angehen: Fast die Hälfte der jungen Menschen gibt an, bereits Formen sexualisierter Gewalt im Netz erlebt zu haben. Allein 2025 war fast jedes vierte Kind von Cybergrooming betroffen – dabei nutzen Täter Chatplattformen, um gezielt Kontakt zu Minderjährigen aufzunehmen. Viele Vorfälle geschehen zudem in Freundes- oder Klassengruppenchats, was sie schwerer erkennbar macht.
Lehrkräfte sehen die Notwendigkeit, digitale sexualisierte Gewalt zu thematisieren, fühlen sich aber oft unsicher im Umgang damit. Auch Eltern kommen eine Schlüsselrolle zu, indem sie ihr eigenes Verhalten reflektieren und mit ihren Kindern über Grenzen sprechen. Das Thema rückte stärker in den öffentlichen Fokus, nachdem die Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann, Christian Ulmen, digitale Gewalt als ernstzunehmendes Problem ins Licht gerückt hatten.
Obwohl das Pilotprojekt abgeschlossen ist, bleibt seine Wirkung unklar. Bisher gibt es keine Daten dazu, wie viele weitere Schulen in Deutschland ähnliche Workshops eingeführt haben. Die Organisatoren hoffen, dass die Neuauflage 2026 mehr Jugendliche erreicht und ihnen zusätzliche Unterstützung bietet.
Die Thüringer Workshops haben bereits Tausende Schülerinnen und Schüler über digitale sexualisierte Gewalt aufgeklärt. Mit der geplanten Wiederaufnahme des Programms 2026 werden Schulen und Eltern das Thema weiter bearbeiten. Im Mittelpunkt stehen Prävention, Sensibilisierung und die Stärkung junger Menschen, damit sie sich sicher im Netz bewegen können.






