Caritas kämpft um klimaneutrale Pflegeheime bis 2030 – doch die Politik bremst
Lukas WolfCaritas kämpft um klimaneutrale Pflegeheime bis 2030 – doch die Politik bremst
Europas neue CO₂-Bepreisung für Gebäude und Verkehr startet 2027 – damit geraten große Organisationen unter Druck, ihre Emissionen zu senken, darunter auch Wohlfahrtsverbände wie die Caritas. Die Hilfsorganisation hat sich bereits das Ziel gesetzt, bis 2030 alle ihre Einrichtungen und Dienstleistungen klimaneutral zu gestalten.
Die Caritas besitzt einen Teil der rund 100.000 Gebäude im deutschen Sozialsektor. Zwar liegen keine genauen Zahlen zu ihren Seniorenzentren vor, doch lokale Beispiele verdeutlichen die Dimension: Allein in Düsseldorf unterhält der Verband 821 Plätze in der Altenpflege, in Regensburg sind es 1.400 Beschäftigte in den Pflegeheimen. Die Organisation betont, dass soziale Einrichtungen finanzielle Unterstützung benötigen, um in klimafreundliche Modernisierungen investieren zu können.
Beim 3. Kölner Klimforum stand sozialer Immobilienbesitz und die Rolle der Wohlfahrtsverbände im Mittelpunkt. Eva Maria Welskop-Deffaa, Vertreterin der Caritas, verwies auf den Einfluss von Papst Franziskus auf globale Klimavereinbarungen. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass politische Hürden – etwa fehlende Fördermittel für erneuerbare Energien – den Fortschritt bremsen.
Die Caritas fordert eine bessere Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Gefragt seien bezahlbare Mieten und klarere Förderregeln, um die Klimaziele zu erreichen. Dieser Appell erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Papst Leo XIV. Klimaschutz als zentrale Aufgabe der Kirche definiert.
Die CO₂-Bepreisung ab 2027 wird soziale Einrichtungen zu tiefgreifenden Veränderungen zwingen. Die Caritas, mit ihrem umfangreichen Immobilienbestand, sucht dringend politische Rückendeckung, um die ökologische Wende zu finanzieren. Ohne stärkere Unterstützung könnte das Ziel der Klimaneutralität bis 2030 in Gefahr geraten.
