16 March 2026, 18:14

Pflege zu Hause kostet Familien oft mehr als 7.000 Euro monatlich – doch die Politik fördert sie trotzdem

Eine Frau, die ein Baby liebevoll in den Armen hält und vor einem Plakat steht, auf dem "Mütterrenten: Über 20 Bundesländer helfen beim Erhalt des Heims" steht.

Pflege zu Hause kostet Familien oft mehr als 7.000 Euro monatlich – doch die Politik fördert sie trotzdem

Ein neuer Bericht unterstreicht die wachsende finanzielle Belastung von Familien, die in Deutschland Angehörige zu Hause pflegen. Die Eigenbeteiligung für die häusliche Betreuung kann mehr als 7.000 Euro pro Monat betragen – oft höher als die Kosten in Pflegeheimen. Kritiker bemängeln, dass das aktuelle System Familien unfair belastet, obwohl die Politik die häusliche Pflege gegenüber stationären Einrichtungen bevorzugt.

Nach dem deutschen Sozialrecht hat die Pflege zu Hause offiziell Vorrang. Paragraf 3 des Elften Buchs Sozialgesetzbuch (SGB XI) fördert, dass Menschen in vertrauter Umgebung bleiben, statt in ein Pflegeheim zu ziehen. Folglich werden 85,9 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt, wobei mehr als die Hälfte (54,5 Prozent) ausschließlich auf Familienmitglieder angewiesen ist.

Doch die finanzielle Realität sieht anders aus: Während Heimbewohner 2023 im Schnitt über 3.200 Euro monatlich zahlten, lagen die Kosten für die häusliche Pflege zwischen 340 und 7.441 Euro – der Median betrug 2.085 Euro. Anders als bei Heimkosten, die mit der Zeit oft sinken, bleiben die Ausgaben für die Pflege zu Hause hoch, selbst wenn der Betreuungsbedarf steigt. Keiner dieser Beträge wird von der Pflegeversicherung übernommen.

Pflegende Angehörige leisten durchschnittlich 49 Stunden pro Woche – bei einem geschätzten Stundenwert von etwa 15 Euro. Diese unbezahlte Arbeit verschärft die finanzielle Belastung zusätzlich. Der Bundesverband der Angehörigenpflegenden ("wir pflegen! e.V.") kritisiert die Schieflage und weist darauf hin, dass schwerstpflegebedürftige Menschen zu Hause oft höhere Kosten verursachen als in Einrichtungen.

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Die Bundesregierung hat das Problem erkannt und plant, bis Ende 2026 eine Pflegereform abzuschließen. Ziel ist es, das System bezahlbarer und nachhaltiger zu gestalten. Gleichzeitig steigen die Kosten weiter: Prognosen zufolge werden die Zuzahlungen für Heimplätze bis 2026 auf 2.200 bis 3.500 Euro monatlich klettern – ein Anstieg um 261 Euro allein seit Anfang 2025.

Das deutsche Pflegesystem bietet derzeit Flexibilität und ermöglicht die Wahl zwischen häuslicher Pflege, professioneller Unterstützung oder einem Heimplatz. Doch der finanzielle Druck auf Familien bleibt enorm – besonders für diejenigen, die die Pflege zu Hause organisieren. Die für 2026 geplante Reform soll diese Herausforderungen angehen, doch bis dahin werden die Eigenanteile weiter steigen.

Quelle