02 April 2026, 10:07

NRW setzt als erstes Bundesland KI in allen Finanzämtern ein

Altes deutsches Staatsanleihe-Zertifikat mit gedrucktem Text und einem offiziellen Stempel.

NRW setzt als erstes Bundesland KI in allen Finanzämtern ein

Nordrhein-Westfalen (NRW) führt flächendeckend künstliche Intelligenz in seinen Finanzämtern ein. Das Finanzministerium des Landes erklärt, NRW sei damit das erste Bundesland, das KI systematisch zur Risikobewertung bei der Einkommensteuer einsetze. Die Behörde bezeichnet den Schritt als "wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Modernisierung der Steuerverwaltung".

Das KI-System wurde vor einem Jahr in den Finanzämtern Brühl, Bielefeld-Außenstadt, Hamm und Lübbecke getestet. Nun wird es in allen 104 Finanzämtern NRWs eingeführt. Die Technologie soll einfache Steuererklärungen bearbeiten – etwa von Arbeitnehmern mit festem Einkommen, Rentenbeiträgen oder Kapitalerträgen.

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Bisher prüften Sachbearbeiter jährlich rund 1,2 Millionen Steuererklärungen manuell auf mögliche Risikofälle. Das Ministerium erwartet, dass die KI diese Zahl ab Januar 2026 um etwa 800.000 Fälle reduzieren wird. Durch die automatische Vorfilterung routinemäßiger Fälle sollen Steuerzahler ihre Bescheide schneller erhalten, während die Behörden mehr Zeit für komplexe Prüfungen gewinnen.

Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU) bezeichnete die KI als Instrument für eine "bürgerfreundlichere Steuerverwaltung". Der Bund der Steuerzahler NRW sieht darin eine Weiterentwicklung der bestehenden Vorprüfung, rät Steuerzahlern aber, ihre Bescheide weiterhin genau zu prüfen. Die Steuerbehörde bewertet die Umstellung als "Win-Win-Situation" und einen "neuen Meilenstein der digitalen Steuerverwaltung".

Ziel des KI-Einsatzes ist es, die Steuerbearbeitung durch weniger manuellen Aufwand effizienter zu gestalten. Während einfache Fälle beschleunigt abgewickelt werden, können sich die Sachbearbeiter auf komplexere Erklärungen konzentrieren. Das System ist mittlerweile in allen Finanzämtern des Landes aktiv.

Quelle