19 April 2026, 16:08

NRW führt Punktesystem für Öko-Bewertung von Solarparks ein – Kritik von Energieverbänden

Luftaufnahme eines Solarparks mit Panelen, umgeben von Bäumen, Gras, Wasser und einer nahen Bahntrasse.

NRW führt Punktesystem für Öko-Bewertung von Solarparks ein – Kritik von Energieverbänden

Nordrhein-Westfalens Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz hat einen neuen Leitfaden zur Bewertung der ökologischen Auswirkungen von Freiflächen-Solaranlagen veröffentlicht. Das Dokument führt ein Punktesystem ein, um verschiedene Bereiche innerhalb dieser Anlagen zu klassifizieren – mit dem Ziel, einen einheitlicheren Ansatz für Ausgleichsmaßnahmen im gesamten Bundesland zu schaffen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Leitfaden bewertet den ökologischen Wert unterschiedlicher Abschnitte einer Photovoltaikanlage auf einer Skala von null bis fünf. Vollständig versiegelte Flächen, wie etwa Zufahrtswege, erhalten die Note null und erfordern einen vollständigen Ausgleich. Teilversiegelte Bereiche, beispielsweise Schotterwege, sowie der Boden direkt unter den Solarmodulen werden in der Regel mit einem Punkt bewertet.

Die Behörde empfiehlt spezifische Gestaltungsmerkmale, um die ökologische Verträglichkeit zu verbessern. Dazu gehören Reihenabstände von mindestens fünf Metern und Modultische, die auf eine Mindesthöhe von 0,8 Metern angehoben werden. Die Bewertung der Flächen zwischen den Modulreihen variiert je nach angestrebtem Biotoptyp.

Allerdings hat der Landesverband Erneuerbare Energien Nordrhein-Westfalen Bedenken geäußert. Der Verband hinterfragt die wissenschaftliche Grundlage der Bewertung und argumentiert, dass die niedrigen Punktzahlen für die Bereiche unter und zwischen den Modulen viele Projekte wirtschaftlich unattraktiv machen könnten. Zudem warnt er, dass strengere Ausgleichsregeln die Pläne des Landes zum Ausbau der Solarenergie behindern könnten.

Nordrhein-Westfalen verfügt derzeit über eine installierte Solarleistung von 13,21 Gigawatt. Die Ziele sehen vor, bis 2030 auf 21 bis 27 Gigawatt und bis 2040 auf 50 Gigawatt zu kommen.

Der neue Leitfaden zielt darauf ab, eine einheitliche Methode zur Berechnung von Ausgleichsmaßnahmen in Solarpark-Projekten zu schaffen. Sollte er umgesetzt werden, könnte er sowohl das Design als auch die wirtschaftliche Machbarkeit künftiger Vorhaben beeinflussen. Die erneuerbaren Energieziele des Landes könnten ebenfalls Anpassungen erfordern – je nachdem, wie das Bewertungssystem angewendet wird.

Quelle