Maria Kalesnikava erhält nach vier Jahren den Karlspreis für ihren Demokratie-Einsatz
Jakob MaierMaria Kalesnikava erhält nach vier Jahren den Karlspreis für ihren Demokratie-Einsatz
Die belarussische Aktivistin Maria Kalesnikava hat nach vier Jahren endlich den Internationalen Karlspreis in Aachen entgegengenommen. Die feierliche Verleihung fand am 14. März in Anwesenheit ihrer Familie statt. Der Preis würdigt ihren Einsatz für Demokratie in Belarus – ein Anliegen, für das sie weiterhin aus dem deutschen Exil kämpft.
Als die Auszeichnung 2022 bekannt gegeben wurde, saß Kalesnikava noch in belarussischer Haft. Erst später erfuhr sie im Gefängnis von der Ehrung und bezeichnete sie als starkes Zeichen europäischer Solidarität. Nun, in Freiheit und in Deutschland lebend, nahm sie den Preis persönlich entgegen – mit Worten des Dankes und einem erneuten Appell zum Handeln.
Der Karlspreis ehrt Verdienste um die europäische Einigung, und Kalesnikava wurde für ihren unerschütterlichen Einsatz für demokratische Rechte gewürdigt. In ihrer Rede lobte sie Aachen für dessen Engagement, Geschichte zu bewahren und an junge Generationen weiterzugeben. Gleichzeitig betonte sie, der eigentliche Fokus müsse auf denen liegen, die noch immer in Belarus inhaftiert sind.
Trotz unterschiedlicher Ansätze bleibt Kalesnikava mit ihren Mitstreiterinnen Swjatlana Zichanouskaja und Veronika Zepkalo vereint: Ihr gemeinsames Ziel ist eine demokratische Zukunft für Belarus. Sie rief europäische Regierungen auf, belarussische Exilanten zu unterstützen und jenen beizustehen, die im Land weiter gegen die Diktatur kämpfen.
Ursprünglich war der Preis 2022 an Kalesnikava gemeinsam mit Zichanouskaja und Zepkalo vergeben worden – doch als Einzige konnte sie damals nicht an der Verleihung teilnehmen. Die diesjährige Zeremonie bot ihr nun die erste Gelegenheit, die Auszeichnung offiziell anzunehmen.
Die längst überfällige Ehrung erfolgt, während Kalesnikava ihre Arbeit aus Deutschland fortsetzt. Der Karlspreis unterstreicht ihre Rolle im Kampf um die belarussische Demokratie, doch sie selbst betont: Der Einsatz ist noch lange nicht vorbei. Mit europäischer Unterstützung, so ihr Glaube, bleibt Wandel möglich – für Exilierte wie für diejenigen, die im Land weiter Repression ausgesetzt sind.






