Innenminister Reul greift Fußballvereine wegen lascher Störer-Ahndung an
Moritz RichterInnenminister Reul greift Fußballvereine wegen lascher Störer-Ahndung an
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul hat Fußballvereine für ihren Umgang mit Störern in Stadien scharf kritisiert. Er wirft den Clubs vor, zu zögerlich gegen Gewalttäter vorzugehen, und fordert ein Umdenken in der Praxis.
Reul betonte, dass Stadien trotz umfassender Überwachung oft versagten, wenn es darum gehe, Täter schnell zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen. Unverständnis äußerte er darüber, dass über die Kosten für Stadion-Sicherheit überhaupt diskutiert werde – für ihn sei diese eine staatliche Aufgabe und keine Verhandlungsmasse.
Der Minister vermutet zudem, dass Vereine aus Angst vor Reaktionen der eigenen Ultra-Fans zögerten, konsequent gegen Störer vorzugehen. Als Lösung schlägt er ein neues Gesetz vor, das Clubs bei überlangen Bearbeitungszeiten von Stadionvergehen mit Strafen belegen soll. Gleichzeitig lehnt er ab, dass Fußballvereine die Polizeipäsenz bei Spielen privat finanzieren.
Reuls Vorstoß zielt darauf ab, die Ahndung von Vorfällen in Stadien zu beschleunigen. Seine Haltung macht deutlich: Sicherheit darf nicht aus finanziellen oder fanbezogenen Rücksichtnahmen ausgehebelt werden. Sollte das Gesetz kommen, stünde die Fußballwelt vor der Pflicht, schneller und entschlossener zu handeln.






