Frauenfilmfestival feiert Dokumentarfilm, Widerstand und weibliche Solidarität in Dortmund und Köln
Lukas WolfFrauenfilmfestival feiert Dokumentarfilm, Widerstand und weibliche Solidarität in Dortmund und Köln
Internationales Frauenfilmfestival (IFFF) Dortmund/Köln veranstaltete kürzlich eine Reihe anregender Diskussionen und Filmvorführungen. Ein Höhepunkt war ein vierstündiges Gespräch mit der erfahrenen Kamerafrau Sophie Maintigneux, die Einblicke in ihre umfangreiche Karriere und ihre Leidenschaft für den Dokumentarfilm gab. Das Festival setzte sich zudem in Filmen und Fachpanels mit Themen wie gemeinschaftlicher Landnutzung, Widerstand und weiblicher Solidarität auseinander.
Sophie Maintigneux, Professorin an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB), stand im Mittelpunkt einer ausführlichen Diskussion über ihr Schaffen. Sie erinnerte sich an ihre Anfänge als eine von nur drei Kamerafrauen in Frankreich und ihre Zusammenarbeit mit dem Regisseur Éric Rohmer. Besonders betonte sie ihre Vorliebe für den Dokumentarfilm, der ihr künstlerische Freiheit und Verantwortung ermöglichte.
Im Festival-Schwerpunkt "Gemeinschaftsland" (Common Land) wurde das Konzept von kollektivem Eigentum und geteilten Ressourcen untersucht. Ein prägender Moment war der virtuelle Auftritt der Autorin Silvia Federici, bekannt durch "Caliban und die Hexe", die über die Zusammenhänge zwischen ursprünglicher Akkumulation, Frauenunterdrückung und historischen Hexenverfolgungen sprach. Gemeinsam mit der Filmemacherin Athina Rachel Tsangari verband sie zudem Botanik mit Landbesetzungen und urbanen Gemeinschaftsgärten.
Im Wettbewerb der Spielfilme wurden Werke wie "Nunkui" und "Gott wird nicht helfen" gezeigt, die weibliche Solidarität und Widerstand thematisieren. Dokumentarfilme wie "Unser Land, unsere Freiheit" und "Ôrí" beleuchteten Kämpfe gegen Kolonialismus und Landenteignung. Der Kurzfilm "Veitstanz/Feixtanz" von Gabriele Stötzer wurde hingegen in Köln als Open-Air-Tanzperformance inszeniert und bereicherte das Festival um eine lebendige öffentliche Komponente.
Das Festival endete mit einer Mischung aus tiefgründigen Debatten, Filmvorführungen und öffentlichen Aufführungen. Maintigneux' Karriere-Rückblicke, Federicis historische Analysen und die ausgewählten Filme unterstrichen durchgehend die Bedeutung kollektiven Handelns und Widerstands. Die Veranstaltung hinterließ bei den Besucher:innen ein stärkeres Bewusstsein dafür, wie Kino und Aktivismus sich verbinden können.






