Essens FrauenOrt verbindet Internationalen Frauentag mit Archivgeschichte
Moritz RichterEssens FrauenOrt verbindet Internationalen Frauentag mit Archivgeschichte
Essen feierte den Internationalen Frauentag 2026 mit Fokus auf lokale Geschichte
Am 8. März 2026 verband Essen den Internationalen Frauentag mit dem Tag der Archive und bot den Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit, das Haus der Essener Geschichte und das Stadtarchiv zu erkunden. Im Mittelpunkt stand dabei die Rolle des Gebäudes als offizieller FrauenOrt – ein Ort, der die Verdienste von Frauen für die Regionalgeschichte würdigt.
Das Haus der Essener Geschichte, das seit Kurzem als FrauenOrt (Frauen-Gedenkstätte) anerkannt ist, öffnete gemeinsam mit dem Stadtarchiv Essen seine Türen. Besucherinnen und Besucher erhielten Einblicke in die Archivarbeit und Schlüsselmomente der Stadtentwicklung. Der alle zwei Jahre stattfindende Tag der Archive bot seltene Einblicke in bewahrte Dokumente und Geschichten, die mit Essens städtischer Vergangenheit verbunden sind.
Eine der Frauen, die mit dem Ort verbunden ist, war Nelli Neumann, eine jüdische Lehrerin, die einst dort lebte. Ein Stolperstein – eine Gedenktafel aus Messing – erinnert an sie am Ernst-Schmidt-Platz. Zwar sind die genauen Zahlen der am Essener FrauenOrt geehrten Frauen nicht dokumentiert, doch das Projekt ist Teil einer landesweiten Initiative in Nordrhein-Westfalen. Bis Mai 2024 hatte das Land bereits 11 solche Gedenkstätten in fünf Kommunen eingerichtet, die 13 Frauen würdigen. Das Ziel: Bis Ende 2025 sollen es 50 Standorte sein.
Oberbürgermeister Thomas Kufen nahm an der Veranstaltung teil und lobte das Engagement des Stadtarchivs und lokaler Geschichtsinitiativen. Er betonte deren Einsatz für die Bewahrung des Essener Erbes und eine lebendige Erinnerungskultur. Besonders dankte Kufen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Ehrenamtlichen für ihre kontinuierliche Arbeit bei der Dokumentation und Vermittlung der Stadtgeschichte.
Der Tag der Archive 2026 verband Geschichte und Gedenken – passend zum Internationalen Frauentag. Das Haus der Essener Geschichte bleibt vorerst der einzige FrauenOrt der Stadt im Rahmen des Landesprojekts, doch weitere könnten folgen. Die Veranstaltung unterstrich jedenfalls Essens Engagement, die vielfältigen historischen Erzählstränge der Stadt zu würdigen.






