DB Cargo testet erstmals autonome Lokomotive auf europäischer Güterstrecke
Lukas WolfDB Cargo testet erstmals autonome Lokomotive auf europäischer Güterstrecke
DB Cargo rüstet erstmals in Europa eine Lokomotive mit autonomer Fahrtechnik aus
Im Rahmen eines Pilotprojekts testet DB Cargo selbstfahrende Güterzüge auf einer stark frequentierten internationalen Strecke. Das Vorhaben wird mit 18,86 Millionen Euro aus einem Bundesprogramm zur Förderung von Innovationen im Schienenverkehr finanziert.
Die Lokomotive ist nun mit den Systemen Automatischer Zugbetrieb (ATO) und Fernsteuerung von Zügen (RTO) ausgestattet. Diese ermöglichen es ihr, Beschleunigung, Bremsen, Halten und Fahren ohne durchgehende manuelle Steuerung zu bewältigen. Ab Oktober 2025 soll auf der niederländischen Betuweroute, einer zentralen Güterverkehrsachse, ein einjähriger Probebetrieb starten.
Während der Testphase wird der Zug im regulären Netz verkehren – ein Novum, da ATO und RTO erstmals in der Praxis im Güterverkehr kombiniert werden. Verschiedene Wagontypen und Beladungsszenarien sollen unter realen Bedingungen erprobt werden, um die Leistungsfähigkeit der Technologie zu bewerten.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder betonte die möglichen Vorteile für Beschäftigte: Automatisierung könnte die Arbeitsbelastung verringern und langfristig Arbeitsplätze sichern. Sigrid Nikutta, Vorstand für Güterverkehr bei der Deutschen Bahn, sieht in der Technologie ein Mittel, um Kapazitäten zu erhöhen und die Servicequalität im Schienengüterverkehr zu steigern.
Der Versuch läuft bis Ende 2026; die Ergebnisse sollen die Zukunft des automatisierten Gütertransports prägen. Bei Erfolg könnte die Technologie europaweit in Schienennetzen eingeführt werden. Das Projekt ist ein zentraler Baustein der deutschen Bemühungen, die Logistik auf der Schiene zu modernisieren.






