Bergisch Gladbach droht Haushaltsnotstand: 50 Millionen Euro Defizit pro Jahr
Moritz RichterBergisch Gladbach droht Haushaltsnotstand: 50 Millionen Euro Defizit pro Jahr
Bergisch Gladbach steht vor ernsten finanziellen Herausforderungen: Die Stadt verzeichnet jährliche Haushaltsdefizite von rund 50 Millionen Euro. Stadtkämmerer Thore Eggert skizzierte kürzlich bei einem Workshop der BürgerAkademie die aktuelle Haushaltslage und verwies auf steigende Kosten sowie begrenzte Einsparmöglichkeiten.
Der Haushaltsentwurf für 2026 – ein fast 500 Seiten starkes Dokument – liegt aufgrund der Kommunalwahlen verzögert vor. Eggert, der als parteiloser Stadtrat amtiert, warnte, dass Steuererhöhungen notwendig sein könnten, um drastischere Kürzungen zu vermeiden.
Der Großteil der Ausgaben Bergisch Gladbachs ist bereits fest verplant, sodass kaum Spielraum für Einsparungen bleibt. Die größten Posten entfallen auf Sozialleistungen und steigende Personalkosten, die durch Tariferhöhungen getrieben werden. Eggert betonte, dass die Stadt ohne Gegenmaßnahmen weiterhin deutlich mehr ausgeben werde, als sie einnimmt.
Um die Lücke zu schließen, schlug er eine Anhebung der Grund- und Gewerbesteuern vor. Diese Maßnahme könnte jährlich etwa vier Millionen Euro zusätzlich einbringen und so ein erzwungenes Haushaltssicherungskonzept abwenden. Für 2026 sind zudem Investitionen in Höhe von 126 Millionen Euro geplant, darunter für Schulen, Straßen, Kinderbetreuung sowie die Umnutzung des ehemaligen Zanders-Industriegeländes.
Normalerweise beschließt der Stadtrat den Haushaltsplan noch vor Jahresende. In diesem Jahr verzögert sich das Verfahren jedoch wegen der jüngsten Kommunalwahlen. Auch die Verhandlungen mit den politischen Fraktionen kamen ins Stocken, was die Unsicherheit verstärkt.
Der Haushalt 2026 bleibt weiterhin in der Diskussion, wobei Eggert Steuererhöhungen als mögliche Lösung ins Spiel bringt. Falls beschlossen, würden die höheren Sätze bereits im kommenden Jahr greifen und die finanzielle Belastung etwas mindern. Die langfristigen Ausgabenpläne der Stadt – einschließlich großer Infrastrukturprojekte – hängen maßgeblich von diesen Weichenstellungen ab.






