ZDK bricht mit ZVK: Satzungsreform vertieft Graben im Kfz-Gewerbe
Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat tiefgreifende Reformen seiner Satzung durchgesetzt und sich damit deutlich von der langjährigen Partnerschaft mit dem Zentralverband des Kraftfahrzeughandwerks (ZVK) abgrenzt. Die im Januar 2024 bekannt gegebenen Änderungen zielen darauf ab, mehr Transparenz zu schaffen und aktuelle Branchenanforderungen widerzuspiegeln – doch sie vertiefen auch die wachsende Spaltung zwischen den beiden Verbänden.
Die Reformen beenden das bisherige System gemeinsamer Personalvertretungen in den Gremien und erzwingen eine strikte Trennung zwischen ZDK und ZVK. Nach den neuen Regeln soll – statt wie bisher muss – nur noch ein Mitglied aus der Handwerksführung stammen, wodurch die bisher garantierten Sitze des ZVK entfallen. Der ZDK begründet dies als Schritt hin zu demokratischeren Entscheidungsprozessen und betont, dass künftige Personalentscheidungen durch Abstimmungen in der Mitgliederversammlung getroffen werden.
Der Zeitpunkt der Umstrukturierung fällt mit eskalierenden Spannungen zwischen den beiden Verbänden zusammen. Bereits im Oktober 2023 hatte der ZVK Anspruch auf 95 Prozent der Mitgliedsbeiträge des ZDK erhoben, woraufhin dieser eine überarbeitete Beitragsstruktur einführte. Zwar hat sich der Streit um die Gebühren für Fahrzeuguntersuchungen weitgehend als juristisches Thema erledigt, doch der ZDK bezeichnet die aktuelle Lage nun als ein "bewusst herbeigeführtes Szenario", um eine Trennung zu erzwingen.
Um zu verhindern, dass Werkstätten organisatorisch isoliert werden, schafft der ZDK direkte Wege für ihren Beitritt zur Bonner Zentrale. Zudem plant der Verband, in betroffenen Regionen vermehrt Aufklärungsarbeit zu leisten und Unternehmen die Gründe sowie möglichen Folgen eines Austritts zu erläutern.
Trotz der Änderungen sind bisher keine öffentlichen Details zu strukturellen oder personellen Unterschieden zwischen den beiden Organisationen nach der Reform bekannt geworden.
Die Reformen des ZDK markieren einen Kurswechsel hin zu größerer Unabhängigkeit vom ZVK – mit klareren institutionellen Grenzen und überarbeiteten Mitgliedschaftsregeln. Unternehmen der Branche stehen nun vor neuen Optionen für ihre Verbandszugehörigkeit, während die langfristigen Auswirkungen auf die Interessenvertretung der Industrie noch abzuwarten bleiben.