Willich verabschiedet Haushalt 2026 einstimmig – doch Eltern protestieren gegen Kita-Gebühren
Emma KrauseWillich verabschiedet Haushalt 2026 einstimmig – doch Eltern protestieren gegen Kita-Gebühren
Der Stadtrat von Willich hat den Haushalt für 2026 in Rekordzeit verabschiedet – alle Fraktionen stimmten dabei strikten Redezeitbegrenzungen zu. Die Entscheidung fiel nach wochenlangen Debatten über Kürzungen und steigende Kosten in der Kinderbetreuung. Trotz unterschiedlicher Positionen zu einzelnen Maßnahmen wurde der Haushalt einstimmig angenommen.
Der neue Finanzplan tritt im Juli rechtlich in Kraft, doch einige Punkte – etwa die Änderungen bei den Kita-Gebühren – haben bei Eltern bereits jetzt für Unmut gesorgt.
Die Haushaltsberatungen begannen mit detaillierten Sparvorschlägen der SPD. Die Sozialdemokraten schlugen vor, nicht zwingend notwendige Ausgaben zu streichen, um die angespannte Haushaltslage der Stadt zu entlasten. Zwar stimmte die Fraktion letztlich für den Haushalt, kritisierte jedoch die Streichung des Zuschusses für das Deutschlandticket für anspruchsberechtigte Studierende.
Auch die Grünen unterstützten den Haushalt, warnten jedoch vor tieferliegenden strukturellen Defiziten. Sie betonten, dass über die aktuellen Kürzungen hinaus langfristige Lösungen nötig seien.
Eines der umstrittensten Themen war die Finanzierung der Kinderbetreuung. Eltern in Willich hatten gegen Pläne protestiert, die Gebühren zu erhöhen und eine stärkere jährliche Anpassung der Kosten einzuführen. Der Jugendhilfeausschuss lehnte sowohl die geplanten Geschwisterkind-Zuschläge als auch die höhere Anpassungsrate ab. Dennoch beschloss der Rat später mit Mehrheit, die jährliche Gebührenanpassung dauerhaft von zwei auf drei Prozent zu erhöhen.
Zudem hielt die Stadt an der bisherigen Regelung fest, keine ermäßigten Gebühren für Geschwisterkinder im Kindergarten anzubieten. Diese Kombination aus Gebührenerhöhung und wegfallenden Rabatten stieß bei vielen Familien auf Unverständnis.
Trotz dieser Spannungen wurde der Haushalt ohne Gegenstimmen verabschiedet. Alle Fraktionen hielten sich an eine strenge Fünf-Minuten-Begrenzung für ihre Wortbeiträge, was die Beschlussfassung beschleunigte.
Der Haushalt 2026 tritt im Juli in Kraft und bringt Veränderungen bei den Kinderbetreuungskosten sowie anderen kommunalen Leistungen mit sich. Eltern müssen mit höheren Gebühren rechnen, während der Rat weiterhin mit finanziellen Herausforderungen kämpft. Sowohl SPD als auch Grüne forderten weitere Maßnahmen, um die anhaltenden Haushaltsprobleme der Stadt zu bewältigen.






