05 April 2026, 01:01

Wiesbadener Karnevalsumzug: Warum die "Zugen(d)te" jetzt "Gans am End" heißt

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines mit Blumen geschmückten Entenwagens bei einem Umzug, mit Menschen auf der linken Seite, Bäumen und einem klaren Himmel im Hintergrund.

Wiesbadener Karnevalsumzug: Warum die "Zugen(d)te" jetzt "Gans am End" heißt

Wiesbadener Karnevalsumzug: Traditionelle Schlussfigur gerät in Markenrechtsstreit

Eine langjährige Tradition beim Wiesbadener Karnevalsumzug ist in eine rechtliche Grauzone geraten. Die Abschlussfigur, lokal als "Zugen(d)te" bekannt, wurde nach einer Beschwerde aus Mainz umbenannt. Der Streit dreht sich um den markenrechtlich geschützten Namen und das Erscheinungsbild der Figur – das sich mittlerweile als kaum noch ähnlich zur ursprünglichen Inspiration erwiesen hat.

Fast zwei Jahrzehnte lang bildete die "Zugen(d)te" ohne Probleme den Schluss des Wiesbadener Fastnachtsumzugs. Die Tradition lehnt sich an den Rosenmontagsausklang in Mainz an, wo eine ähnliche Figur die Feierlichkeiten beendet. Beide Bräuche gehen auf satirische Autoritätskritiken des 19. Jahrhunderts zurück, unterscheiden sich jedoch im Design: Während die Mainzer Variante, die "Jungfrau vom Turnplatz", einen Mann in Frauenkleidung zeigt, orientierte sich Wiesbadens Figur ursprünglich an einer entenähnlichen Gestalt.

Der Konflikt eskalierte, als Hannsgeorg Schönig, Präsident des Mainzer Karnevalsvereins, wegen der unberechtigten Nutzung des Namens Beschwerde einreichte. Die Bezeichnung "Zugen(d)te" ist rechtlich geschützt und ausschließlich dem Mainzer Umzug vorbehalten. Bei genauerer Prüfung stellte sich heraus, dass die Wiesbadener Figur – ausgestattet mit einer Warnweste und einem Besen – keinerlei entenartige Züge mehr aufwies, was ihre Identität zusätzlich in Frage stellte.

Um den Streit beizulegen, willigte Guntram Eisenmann, künstlerischer Leiter des Umzugswagenbauers Dacho, ein, die umstrittene Beschriftung zu entfernen. Die Gestalter tauften die Schlussfigur nun in "Gans am End" um – die "Gans zum Schluss" – und passten ihr Design an, um Verwechslungen zu vermeiden. Die Änderungen sollen den Geist der Tradition wahren und gleichzeitig den rechtlichen Vorgaben gerecht werden.

Die umbenannte "Gans am End" wird in diesem Jahr erstmals beim Wiesbadener Schmotzigen-Donnerstags-Umzug zu sehen sein. Ihr überarbeitetes Aussehen und der neue Name spiegeln sowohl das hiesige Karnevalserbe wider als auch die Notwendigkeit, Mainzer Markenrechte zu respektieren. Die Veranstalter bestätigten, dass die Anpassungen den Abschlussritus des Umzugs nicht verändern werden.

AKTUALISIERUNG

Trademark dispute clarified: Mainz claims name rights, not duck design

The Wiesbaden carnival's 'Gans am End' will debut amid a trademark dispute where Mainz claims rights to the name, not the duck design. Key details include:

  • Mainz's carnival association demanded removal of the 'Zugen(d)te' name, allowing the duck motif to stay.
  • The 2026 Fastnachtssonntagumzug on 15 February features 178 entries and over 5,000 participants.
  • The new name aims to honor tradition while respecting legal boundaries.