16 April 2026, 00:14

Wie der Ford-Streik 1973 in Köln die Migrationsgeschichte der Arbeitswelt veränderte

Plakat mit zwei Personen vor einem bergigen, waldigen Hintergrund mit dem Text "Was unser Freihandel bedeutet - britischer Granit Arbeiter - Die faire Lohnklausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit."

Wie der Ford-Streik 1973 in Köln die Migrationsgeschichte der Arbeitswelt veränderte

Ein neues Buch beleuchtet einen entscheidenden Moment der Migrationsgeschichte der Arbeitswelt – den Ford-Streik von 1973 in Köln

Herausgegeben von Nihat Öztürk, Nuria Cafaro, Bernd Hüttner und Florian Weis, zeichnet das 467 Seiten starke Werk nach, wie dieser Protest den Kampf von Migrant:innen gegen Ausbeutung und Rassismus neu prägte. Was einst als lokaler Konflikt um Löhne und Würde begann, gilt heute als Wendepunkt für die Selbstermächtigung jüngerer Generationen.

Am 30. August 1973 legten Migrant:innen im Kölner Ford-Werk die Arbeit nieder – aus Protest gegen unwürdige Bedingungen und mit der Forderung nach einer zusätzlichen D-Mark pro Stunde. Polizei und Werksschutz gingen mit Gewalt gegen die Streikenden vor und schlugen den Protest nieder. Selbst einige deutsche Kolleg:innen beteiligten sich an den Angriffen und griffen streikende Migrant:innen unter Polizeischutz an.

Der Band mit dem Titel "Der Streik hat mir als jungem Menschen Kraft gegeben: Migrantische Kämpfe gegen Ausbeutung und Rassismus" versammelt 15 Aufsätze, die das Erbe dieses Streiks untersuchen. Er zeigt kontroverse Debatten zwischen Persönlichkeiten wie Witich Rossmann und Nihat Öztürk auf und offenbart tiefe Gräben in Fragen von Taktik und Zielen. Über Ford hinaus behandelt das Buch auch andere Arbeitskämpfe des Jahres 1973, etwa bei Pierburg in Neuss oder Hella in Lippstadt, wo Migrant:innen ähnliche Kämpfe führten.

Die Autor:innen ziehen Parallelen zu heutigen Arbeitskonflikten, etwa den Kämpfen von Fahrradkurier:innen. Viele dieser Beschäftigten sehen sich als Erben der Ford-Streikenden und führen deren Kampf um faire Behandlung und Respekt fort.

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Das Buch stellt den Ford-Streik nicht nur als Lohnkonflikt dar, sondern als Symbol migrantischen Widerstands. Sein Einfluss reicht von 1973 bis in heutige Bewegungen hinein und zeigt, wie vergangene Kämpfe noch immer die Gegenwartsdebatten prägen. Die 467-seitige Sammlung sorgt dafür, dass diese Geschichten Teil einer breiteren Diskussion über Arbeitsrechte und Gleichberechtigung bleiben.

Quelle