Weißstörche in NRW feiern Rekordjahr mit über 1.000 brütenden Paaren
Lukas WolfAngepasster Storch - Die Neue Welt der Weißen Storken - Weißstörche in NRW feiern Rekordjahr mit über 1.000 brütenden Paaren
Weißstörche in Nordrhein-Westfalen erreichen höchsten Stand seit Jahrzehnten
In Nordrhein-Westfalen (NRW) haben Weißstörche ihren höchsten Bestand seit Jahrzehnten erreicht. 2025 wurden mit 1.027 brütenden Paaren so viele wie nie zuvor gezählt – ein beeindruckender Anstieg im Vergleich zu den gerade einmal drei Paaren, die 1991 noch an der Weser registriert wurden. Ihre Rückkehr hängt mit klimatischen Verschiebungen und veränderten Zuggewohnheiten zusammen, die ihr Verbreitungsgebiet und ihre Nistplätze neu prägen.
Die Vögel kehren in den letzten Jahren früher nach Deutschland zurück. Mildere Winter, die mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht werden, scheinen ihr Überleben zu begünstigen. Doch extreme Sommertrockenheit könnte weiterhin ihre Nahrungsgrundlagen und Lebensräume bedrohen.
Besonders große Kolonien gedeihen in Regionen wie dem Kreis Minden-Lübbecke, wo allein in Petershagen im vergangenen Jahr 190 brütende Paare gezählt wurden. Auch die Weseler Auen und die Lippe-Flussniederungen bleiben wichtige Brutgebiete. Doch der Konkurrenzkampf um die besten Plätze hat zugenommen, da immer mehr Störche den Zug überleben.
Auch ihr Speiseplan hat sich angepasst: War der Laubfrosch einst ihre Hauptnahrung, fressen sie heute vermehrt Regenwürmer, Engerlinge und selbst Feldmäuse. Zudem haben sich ihre Zugrouten verändert – über 95 Prozent der Störche nehmen mittlerweile die westliche Route durch Europa, statt wie früher bis nach Afrika zu fliegen. Viele überwintern sogar in Südspanien, Frankreich oder Italien und vermeiden so die beschwerliche Reise in den Süden.
Doch es bleiben Risiken. Die Vogelgrippe hat die Storchbestände in Spanien hart getroffen, doch das volle Ausmaß der Verluste wird sich erst zeigen, wenn die Vögel in ihre angestammten Brutgebiete zurückkehren. Gleichzeitig sorgen klimabedingte Veränderungen dafür, dass sich die Populationen nach Norden und Westen ausbreiten – mit neuen Schwerpunkten in Südskandinavien und Großbritannien, während traditionelle Regionen wie Polen und die Ukraine Rückgänge verzeichnen.
Die Erholung des Weißstorchs in NRW stellt eine bemerkenswerte Wende dar, nachdem die Art in den 1990er-Jahren fast verschwunden war. Mit 1.540 flügge gewordenen Jungvögeln im Jahr 2025 spiegeln die Zahlen sowohl erfolgreichen Artenschutz als auch veränderte Umweltbedingungen wider. Dennoch bleiben anhaltende Bedrohungen – von Krankheiten bis zu Dürren –, sodass ihre Zukunft davon abhängen wird, wie gut sich die Störche und ihre Lebensräume anpassen können.
