Weidemilch: Warum nicht jedes Siegel echtes Tierwohl garantiert
Nicht jede als Weidemilch gekennzeichnete Milch garantiert dieselben Standards für das Wohl der Kühe. Zwar suggeriert der Begriff Weidehaltung, doch die gesetzlichen Vorgaben unterscheiden sich von freiwilligen Zertifizierungen. Verbraucher gehen oft von hoher Tierwohl-Qualität aus – doch die Realität hängt vom jeweiligen Siegel ab.
Gesetzlich müssen Kühe, deren Milch als Weidemilch verkauft wird, mindestens 120 Tage im Jahr auf der Weide verbringen. Außerhalb dieser Zeiträume dürfen sie jedoch weiterhin im Stall angebunden werden. Das Basis-Siegel '3' auf Milchpackungen bestätigt überhaupt keinen Weidegang.
Strengere Auflagen gelten bei Bio- und Tierschutzlabeln. Demeter verlangt ganzjährigen täglichen Weidegang ohne Anbindung, kontrolliert durch jährliche Audits. Bioland schreibt 170 Weidetage vor und führt vierteljährliche Kontrollen durch. Beide verbieten die Anbindung komplett. Auch andere Siegel wie Pro Weideland oder Für mehr Tierschutz (Premium) schließen die Anbindung von Kühen aus.
Für Klarheit sollten Käufer auf das '3'-Logo plus einen expliziten Weidemilch-Hinweis achten. Die Kennzeichen '4' oder '5' auf der Verpackung garantieren zusätzlich, dass keine Anbindung erfolgt. Weitere Details gibt es unter www.verbraucherzentrale.nrw/node/35574.
Die verbleibenden Tage des Jahres entscheiden darüber, wie die Kühe untergebracht und gefüttert werden. Ohne strenge Zertifizierungen entsprechen Tierwohl-Versprechen oft nicht den Erwartungen. Nur bestimmte Siegel garantieren durchgehenden Auslauf und eine Haltung ohne Anbindung.






