Vodafone verklagt Bundeskartellamt wegen angeblichen Machtmissbrauchs im Mobilfunkmarkt
Moritz RichterVodafone verklagt Bundeskartellamt wegen angeblichen Machtmissbrauchs im Mobilfunkmarkt
Vodafone hat Klage gegen das deutsche Bundeskartellamt eingereicht und wirft der Behörde Marktmissbrauch vor. Das Unternehmen wirft dem Kartellamt Befangenheit vor und behauptet, dessen vorläufige Feststellungen verstießen gegen rechtliche Standards. Im Mittelpunkt des Streits steht der Vorwurf, Vodafone habe den Markteintritt des Konkurrenten 1&1 in den Mobilfunkmarkt behindert.
Ausgelöst wurde der Fall durch eine vorläufige Bewertung des Kartellamts, in der Vodafone beschuldigt wird, die Expansion von 1&1 als viertem Netzbetreiber erschwert zu haben. Die Ermittlungen der Behörde konzentrieren sich auf Vodafones Beteiligung an Vantage Towers, das 1&1 angeblich den Zugang zu Standorten für die eigene Infrastruktur verwehrt haben soll. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, leitet die Untersuchungen zu einem möglichen Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung.
Eine Entscheidung in diesem Fall könnte den Wettbewerb im deutschen Mobilfunkmarkt neu ordnen. Sollte das Kartellamt gegen Vodafone entscheiden, müsste Vantage Towers möglicherweise seine Schlüsselinfrastruktur für 1&1 öffnen. Das Urteil wird zudem die Durchsetzungskraft der Behörde bei der Sicherung fairer Marktbedingungen auf die Probe stellen.
