Verurteilter Sexualstraftäter entkam 2022 aus forensischer Klinik – und niemand erfuhr es
Moritz RichterVerurteilter Sexualstraftäter entkam 2022 aus forensischer Klinik – und niemand erfuhr es
Ein verurteilter Sexualstraftäter ist aus einer geschlossenen forensischen Einrichtung in Münster-Amelsbüren entkommen – fast zwei Jahre nach seiner Einweisung. Der 33-jährige iranische Staatsbürger, der seit Februar 2020 inhaftiert war, floh im September 2022. Doch die Behörden hielten den Vorfall unter Verschluss. Erst jetzt wurden Einzelheiten bekannt, was Fragen zur Transparenz aufwirft.
Der Mann war in der forensischen Abteilung der Klinik untergebracht, da seine Schuldfähigkeit als eingeschränkt galt. Trotz seines Status gelang ihm Ende 2022 die Flucht, ohne dass die Öffentlichkeit sofort informiert wurde. Weder die Einrichtung noch die Polizei gaben damals Auskunft.
Die Staatsanwaltschaft bestätigte inzwischen die Flucht, verweigerte jedoch nähere Angaben. Als Begründung wurden rechtliche Einschränkungen im Zusammenhang mit dem psychischen Zustand des Täters genannt. Auch der Klinikträger, die Alexianer GmbH, lehnte eine Stellungnahme ab.
Die Behörden gehen davon aus, dass der Flüchtige Deutschland bereits verlassen hat. Ein Europäischer Haftbefehl wurde erlassen, doch sein aktueller Aufenthaltsort ist unbekannt.
Durch die verzögerte Bekanntgabe erfährt die Öffentlichkeit erst jetzt von der Flucht. Da der Gesuchte vermutlich im Ausland ist, läuft die Fahndung in internationaler Zusammenarbeit weiter. Weder die Ermittler noch die Klinik haben weitere Details preisgegeben.
