Verband von Städten und Gemeinden findet Kommunen schlecht auf Cyberangriffe vorbereitet
Jakob MaierVerband von Städten und Gemeinden findet Kommunen schlecht auf Cyberangriffe vorbereitet
Kommunen schlecht gegen Cyberangriffe gewappnet – Verband warnt vor digitalen Schwachstellen
Der Präsident des Städtetags Nordrhein-Westfalen, Kamp-Lintforts Bürgermeister Christoph Landscheidt (SPD), schlägt Alarm: Kommunen sind kaum auf digitale Bedrohungen vorbereitet.
- Dezember 2025, 07:21 Uhr
Deutsche Kommunen sehen sich einer wachsenden Bedrohung durch Cyberangriffe ausgesetzt, warnt Christoph Landscheidt, Bürgermeister von Kamp-Lintfort und Präsident des Städtetags Nordrhein-Westfalen. Die Städte und Gemeinden seien nach wie vor gefährlich ungeschützt – aktuelle Vorfälle zeigten, wie leicht kritische Dienstleistungen lahmgelegt werden könnten.
Als Beispiel nannte Landscheidt einen jüngsten Cyberangriff in Westfalen, der die Risiken deutlich mache. Die Lage gleiche einem „digitalen Wettrüsten“, bei dem Angreifer schneller neue Methoden entwickelten, als Behörden ihre Abwehr stärken könnten. Selbst die Zunahme von Homeoffice habe die Verwaltungen verwundbarer gemacht, da ihre Systeme leichter angreifbar seien.
Städte wie Flensburg, Anhalt-Bitterfeld und Schweinfurt waren bereits Opfer schwerer Attacken. 2023 legte ein Ransomware-Angriff in Flensburg wichtige kommunale Dienstleistungen lahm. 2024 traf es die Verwaltung von Anhalt-Bitterfeld, während Schweinfurt 2022 einen Datendiebstahl erlebte. Als Reaktion führten viele Kommunen strengere Mehr-Faktor-Authentifizierung, regelmäßige Penetrationstests und verpflichtende Cybersecurity-Schulungen für Mitarbeiter ein. Zudem setzten sie vermehrt auf die BSI-IT-Grundschutz-Standards, um grundlegende Sicherheitsanforderungen zu erfüllen. Landscheidt warnte zudem vor Sabotage durch ausländische Akteure und forderte die Kommunen auf, sich auf solche Szenarien vorzubereiten. Prävention und schnelle Reaktionspläne seien heute unverzichtbar.
Die Warnungen kommen zu einer Zeit, in der immer mehr deutsche Städte und Gemeinden mit digitalen Bedrohungen konfrontiert sind. Zwar wurden in einigen Regionen die Sicherheitsvorkehrungen verbessert, doch Landscheidts Aussagen deuten darauf hin, dass viele weiterhin gefährdet sind. Ohne wirksamere Abwehrmaßnahmen drohen weitere Störungen essenzieller Dienstleistungen.
