VAR-Diskussion eskaliert nach umstrittenem Abseitspfiff im DFB-Pokal
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Eine umstrittene Abseitsentscheidung im DFB-Pokal hat die Debatte um die frühere Einführung des Video-Assistenten (VAR) im deutschen Pokalwettbewerb neu entfacht. Beim Spiel zwischen dem 1. FC Köln und dem FC Bayern München übersahen Schiedsrichter Tobias Welz und seine Assistenten ein klares Abseits von Leroy Sané vor dessen Ausgleichstor – ein Fehler, der die Forderungen nach dem VAR-Einsatz ab der zweiten Runde lauter werden lässt. Bisher kommt der VAR im DFB-Pokal erst ab dem Achtelfinale zum Einsatz, und das vor allem wegen erheblicher organisatorischer und finanzieller Hürden. Besonders Amateurvereine verfügen oft nicht über die nötige Technik in ihren Stadien. Diese Lücke hat bereits zu mehreren folgenschweren Fehlentscheidungen geführt, darunter auch der Vorfall mit Sané, was die Diskussion über eine frühere Einführung weiter anheizt. Während Experten wie Markus Merk den VAR als Unterstützung für Schiedsrichter befürworten, plädieren andere wie Urs Meier für traditionelle, spontane Entscheidungen ohne Videobeweis. Zu den Befürwortern eines früheren VAR-Einsatzes – zumindest ab der zweiten Runde – gehört auch Bayern-Chef Max Eberl. Doch eine Ausweitung des Systems würde zusätzliche Kosten bedeuten, da viele Vereine außerhalb der DFL nicht über die erforderliche Infrastruktur verfügen und die Finanzierung noch ungeklärt ist. In den beiden höchsten Ligen werden die VAR-Kosten durch die TV-Einnahmen gedeckt, doch die unteren Spielklassen erhalten deutlich weniger Mittel, was die Sache zu einem Streitpunkt macht. Die Grundkosten für den VAR in Bundesliga und 2. Bundesliga liegen bei rund 11 Millionen Euro, hinzu kommen fast eine weitere Million für Personal – pro Spiel belaufen sich die Ausgaben auf knapp 20.000 Euro. Trotz dieser Herausforderungen hält der ehemalige Schiedsrichter Jochen Drees es für machbar, den VAR ab der zweiten Runde einzuführen – vorausgesetzt, bestimmte Bedingungen werden erfüllt. Der Schiedsrichter-Chef zeigt sich offen für neue Ansätze wie ein „VAR-light“-System, was die wachsende Bereitschaft für Veränderungen unterstreicht. Die verpasste Abseitsentscheidung im Spiel des 1. FC Köln gegen den FC Bayern München hat die Dringlichkeit einer ernsthaften Debatte über den früheren VAR-Einsatz im DFB-Pokal deutlich gemacht. Angesichts der hohen finanziellen Interessen müssen Vereine und Verantwortliche nun abwägen, ob sich die Einführung des Videobeweises bereits in den früheren Runden des Wettbewerbs lohnt.
