Unvollkommene Fotografie: Zwei Ausstellungen feiern echte Momente ohne Filter
Jakob MaierUnvollkommene Fotografie: Zwei Ausstellungen feiern echte Momente ohne Filter
Zwei Fotoausstellungen in Deutschland präsentieren derzeit die Werke von Daniel Josefsohn sowie eines Kollektivs Berliner Fotograf:innen. Die Schauen setzen ungeschönte, unverfälschte Momente in Szene und feiern die Idee der Unvollkommenheit im Bild. Beide sind noch bis Oktober zu sehen und bieten einen seltenen Einblick in authentisches Storytelling durch die Linse.
Daniel Josefsohn (1961–2016) war ein Fotograf, der für seine Fähigkeit gefeiert wurde, ungestellte, echte Augenblicke einzufangen. Seine Motive – oft ahnungslos vor der Kamera – strahlten eine unbeschwerte Leichtigkeit aus, frei von der Selbstinszenierung, die in modernen Medien so verbreitet ist. Anders als Zeitgenoss:innen wie Nan Goldin oder Wolfgang Tillmans verzichtete sein Werk auf jeden kommerziellen Glanz und blieb der ungeschönten Realität des Lebens treu.
Die Ausstellungen laden ein, Josefsohns intime, unpolierte Bildsprache sowie die Auseinandersetzung des Kollektivs mit der Vergänglichkeit des Fotografischen zu erkunden. Während Unseen noch bis November verlängert wurde, endet Show Your Darling V im Oktober – beide hinterlassen als flüchtige, doch eindringliche Hommagen an die ungefilterte Ausdruckskraft.
