03 February 2026, 16:20

Uli Hoeneß attackiert vegane Ernährung – und löst damit eine hitzige Debatte aus

Ein Marktstand mit einer Vitrine voller verschiedener Wurstwaren und anderen Lebensmitteln, mit einem Wasserzeichen.

Uli Hoeneß attackiert vegane Ernährung – und löst damit eine hitzige Debatte aus

Uli Hoeneß, der ehemalige Präsident des FC Bayern München, hat mit seiner Kritik an veganer Ernährung in einem aktuellen Podcast eine Debatte ausgelöst. Er behauptete, dass pflanzliche Ernährung langfristig zu gesundheitlichen Problemen führe. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der der deutsche Markt für Fleischersatzprodukte trotz eines leichten Wachstumsrückgangs weiterhin expandiert.

Die Aussagen lösten eine Reaktion von PETA Deutschland aus, das Hoeneß einlud, am eigenen Programm Veganstart teilzunehmen. Gleichzeitig verleiht die eigene Krankengeschichte des früheren Fußballfunktionärs der Diskussion zusätzliches Gewicht.

In dem Podcast ließ Hoeneß keinen Zweifel an seiner Haltung: Vegetarier könne er noch akzeptieren, Veganer jedoch nicht. Wer vollständig auf tierische Produkte verzichte, werde auf Dauer krank – so seine These. Seine Kritik steht im Kontrast zum rasanten Aufstieg des pflanzlichen Fleischmarkts in Deutschland, der von fast null im Jahr 2014 auf über 1,2 Milliarden Euro Umsatz bis 2023 gewachsen ist.

Noch 2014 hatte Christian Rauffus, Geschäftsführer der Rügenwalder Mühle – ein Unternehmen, das heute mit pflanzlichen Wurstwaren profitiert –, das Scheitern von Fleischersatzprodukten vorhergesagt. Stattdessen wuchs der Markt jahrelang mit rund 30 Prozent pro Jahr, angetrieben von Marken wie LikeMeat und Vly. Mittlerweile hat sich das Wachstum auf 5 bis 10 Prozent jährlich verlangsamt, auch wegen der zunehmenden Konkurrenz durch traditionelle Fleischproduzenten.

Hoeneß' eigene Gesundheit ist dabei ebenfalls Thema. Medienberichte verweisen auf seine Vorgeschichte mit Herzproblemen und Bluthochdruck – Beschwerden, die häufig mit einem hohen Konsum von Fleisch und Milchprodukten in Verbindung gebracht werden. Studien belegen wiederholt Zusammenhänge zwischen einer solchen Ernährung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes Typ 2.

Harald Ullmann von PETA Deutschland betonte als Reaktion die Vorteile pflanzlicher Ernährung für Gesundheit, Tiere und Umwelt. Die Organisation lädt Hoeneß ein, sich im Rahmen der Veganstart-Initiative selbst ein Bild von der veganen Lebensweise zu machen.

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Abseits der Debatte bleibt Hoeneß der Fleischbranche verbunden: Sein Unternehmen HoWe Wurstwaren wird mittlerweile von seinen Kindern geführt – Tochter Sabine ist als Gesellschafterin beteiligt, Sohn Florian verfügt über die Vollmacht.

Der Austausch zeigt die anhaltenden Spannungen zwischen traditionellem Fleischkonsum und dem wachsenden pflanzlichen Sektor. Während Hoeneß' Aussagen Markttrends und gesundheitlichen Erkenntnissen widersprechen, stellt PETAs Einladung eine direkte Herausforderung an seine Position dar. Die Fleischersatzbranche in Deutschland mag zwar an Tempo verlieren, prägt aber weiterhin die Ernährungsgewohnheiten im Land.