01 February 2026, 12:17

Thyssenkrupp zwischen Stahlkrise und Rekordauftragsbestand bei TKMS

Eine Liniengrafik, die die Unternehmensgewinne vor und nach Steuern zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Kontext zu den Daten liefert.

Thyssenkrupp zwischen Stahlkrise und Rekordauftragsbestand bei TKMS

Thyssenkrupp durchlebt eine turbulente Phase: Stahlsparte kämpft, Marinesparte glänzt

Thyssenkrupp steckt in einer schwierigen Phase, während die Stahlsparte mit Absatzproblemen zu kämpfen hat und die Tochtergesellschaft für Marinesysteme floriert. Kürzlich billigten die Aktionäre eine Dividendenausschüttung in Höhe von 93 Millionen Euro – eine Entscheidung, die bei Belegschaft und Gewerkschaften auf scharfe Kritik stieß. Gleichzeitig hat sich der Börsenwert der Marine-Sparte seit ihrem Börsengang im Herbst 2025 deutlich erhöht.

Auf der diesjährigen Hauptversammlung stimmten die Aktionäre einer Dividende von 0,15 Euro pro Aktie für das Geschäftsjahr 2024/2025 zu. Diese Entscheidung löste Proteste aus: Hunderte Mitarbeiter demonstrierten gegen den Beschluss. Die IG Metall kritisierte die Ausschüttung scharf und argumentierte, sie schwäche die Kernbereiche des Konzerns.

Die finanziellen Belastungen bleiben insbesondere in der Stahlbranche hoch. Thyssenkrupp rechnet für das Geschäftsjahr 2025/2026 mit einem Nettoverlust von 400 bis 800 Millionen Euro, vor allem aufgrund von Restrukturierungskosten. Im Rahmen umfassender Sparmaßnahmen soll die Stahlproduktion auf 8,7 bis 9 Millionen Tonnen reduziert werden.

Ganz anders präsentiert sich die Lage bei Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS). Der Börsengang im Herbst 2025 entwickelte sich zu einem Erfolg: Die Aktie notiert mittlerweile fast 20 Prozent über dem Ausgabepreis. Bis Dezember 2025 stieg TKMS in den MDAX auf und erreichte eine Marktkapitalisierung von über 4 Milliarden Euro. Analysten, darunter die Deutsche Bank, stuften die Aktie von "Underperform/Halten" auf "Kaufen" hoch – begründet mit einer starken Nachfrage und einem Rekordauftragsbestand von 18,2 Milliarden Euro.

Für den Mutterkonzern gestaltet sich die Situation jedoch zwiespältig. Zwar legte die Aktie in den vergangenen Monaten um 21,74 Prozent zu und schloss am Freitag bei 11,29 Euro, doch die Probleme in der Stahlsparte bestehen fort. Die Verhandlungen mit Jindal Steel International über einen möglichen Verkauf von Thyssenkrupp Steel Europe laufen noch. Die Gruppe bekräftigte ihren langfristigen Restrukturierungsplan "ACES 2030" und bezeichnete den TKMS-Börsengang als wichtigen Meilenstein.

Die Quartalszahlen für das erste Quartal 2025/2026 wird Thyssenkrupp am 12. Februar 2026 vorlegen.

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Die Zukunft des Konzerns hängt davon ab, wie es gelingt, die angeschlagene Stahlsparte mit den Erfolgen im Marinesektor in Einklang zu bringen. Trotz des Widerstands der Belegschaft gegen die Dividende muss Thyssenkrupp nun die Restrukturierung vorantreiben und gleichzeitig die starke Marktposition von TKMS nutzen. Der anstehende Quartalsbericht wird weitere Aufschlüsse über die finanzielle Entwicklung geben.