"Sündenwald" bei Manheim: Letzte Stunden vor der Räumung und Rodung
Aktivisten im "Sündenwald" bei Manheim bereiten sich auf die geplante Rodung in den kommenden Tagen vor
Seit Ende 2024 besetzen Demonstranten das Gebiet und leben in Baumhäusern, um die Räumung zu blockieren. Nun mobilisieren Unterstützer, um Nahrungsmittel und Kleidung zu schicken – die Spannungen steigen vor Beginn der Fällarbeiten.
Ursprünglich sollte der Wald bereits Ende 2024 gerodet werden, doch Proteste stoppten die Pläne. Seither hält eine kleine Gruppe von fünf bis zehn Personen in den Bäumen aus, doch mit der bevorstehenden Rodung werden weitere Aktivisten erwartet. Die Stadt Kerpen reagierte mit einem Betretungsverbot ab dem 1. Oktober und begründete dies mit wirtschaftlichen Risiken für RWE Power AG, falls sich die Verzögerungen fortsetzen.
RWE, dem fast das gesamte Gebiet um Manheim gehört, plant, den Boden über der Kohle zu nutzen, um Halden zu einebnen. Ein aktueller Erlass verbietet Außenstehenden bis zum Abschluss der Rodung das Betreten oder Durchqueren des Waldes. Trotzdem rufen Widerstandsorganisatoren zu Sachspenden auf und kündigten für Montag um 11:00 Uhr eine Pressekonferenz vor Ort an.
Den Sommer 2025 verbrachten die Aktivisten in den Baumhäusern, deren Bau offiziell nicht dokumentiert ist. Die Stadt warnt, weitere Verzögerungen könnten "schwere wirtschaftliche Folgen" für RWE nach sich ziehen – der Druck auf beide Seiten wächst.
Die Konfrontation erreicht eine entscheidende Phase: Während die Fällung näher rückt und Verstärkung eintrifft, wird sich in den nächsten Tagen zeigen, ob der Wald gerodet wird oder die Proteste eine erneute Verschiebung erzwingen. Eine Pressekonferenz am Montag könnte weitere Einblicke in die Lage geben.






