18 December 2025, 10:13

Streit um Wolfsjagd: Warum Gloria in NRW alles veränderte

Weiße Schafe in der Nähe eines Holzzauns mit unscharfen Pflanzen im Hintergrund.

Streit um Wolfsjagd: Warum Gloria in NRW alles veränderte

Lockere Wolfsbejagung: Was Umweltschützer und Schafzüchter dazu sagen

Teaser: Bundesregierung lockert Wolfsabschuss: Neue Regeln wegen Gloria und Co. – wie NRW-Schäfer und Umweltschützer reagieren.

Artikeltext:

Die deutsche Bundesregierung hat den Wolf unter das Jagdrecht gestellt und damit die Bejagung von Tieren erleichtert, die Nutztiere gefährden. Der Schritt folgt auf wiederholte Vorfälle, darunter Angriffe der Wölfin Gloria in Nordrhein-Westfalen. Naturschutzverbände warnen indes vor den möglichen Folgen für Wolfsrudel und Weidetiere gleichermaßen.

Anlass für die Entscheidung war ein Vorfall in Hünxe, bei dem die Wölfin Gloria zwei Schafe tötete und ein weiteres verletzte – trotz vorhandener Schutzumzäunung. Der Angriff unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen Wolfsschutz und Herdentierschutz. Allein im vergangenen Jahr fielen in Deutschland über 4.300 Nutztiere Wölfen zum Opfer.

Die neuen Regelungen ermöglichen es den Bundesländern, ein „Populationsmanagement“ einzuführen, sofern die Wolfsbestände stabil bleiben. Behörden dürfen nun Wölfe erlegen, die Zäune überwinden oder wiederholt Nutztiere bedrohen. Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt die Änderungen und schlägt kontrollierte Jagdzeiten sowie gezielte Bejagung junger Wölfe vor. Zudem unterstützt er die ganzjährige Entnahme von Problemwölfen.

Naturschützer hingegen warnen, dass Abschüsse die Rudelstrukturen stören und zu mehr Angriffen auf Nutztiere führen könnten. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) plädiert stattdessen für verstärkte Schutzmaßnahmen wie bessere Zäune und Herdenschutzhunde – anstatt die Bejagung auszuweiten. Trotz der gelockerten Abschussregeln bleibt die finanzielle Förderung für solche Schutzvorkehrungen bestehen.

Aktuell leben in Deutschland 209 Wolfsrudel, davon sechs in Nordrhein-Westfalen. Zwar hat keine Organisation konkret vorgeschlagen, im kommenden Jahr 2025 Wolfswelpen in der Region zu bejagen. Doch die weitergehenden Vorschläge des DJV umfassen auch die Regulierung jüngerer Wölfe, um stabile Populationen zu erhalten.

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Die überarbeiteten Bestimmungen geben den Ländern mehr Spielraum im Umgang mit Wolfskonflikten. Landwirte könnten künftig schneller gegen Problemwölfe vorgehen, während Naturschützer auf langfristige Lösungen drängen. Die finanzielle Unterstützung für Schutzmaßnahmen bleibt erhalten – mit dem Ziel, Angriffe zu verringern, ohne die Wolfsbestände weiter zu destabilisieren.