Solingen setzt auf neuen Wirtschaftskurs mit proaktiver Strategie und regionaler Zusammenarbeit
Emma KrauseSolingen setzt auf neuen Wirtschaftskurs mit proaktiver Strategie und regionaler Zusammenarbeit
Die Wirtschaftsförderung Solingen (WiFö) schlägt unter neuer Führung einen Kurswechsel ein. Aktuelle Veränderungen haben für Stabilität und eine klarere Strategie gesorgt – und erhalten Lob von lokalen Politikern. Die wirtschaftliche Zukunft der Stadt hängt nun davon ab, sich an die Verschiebungen in Industrie und Technologie anzupassen.
Die WiFö hatte in den vergangenen Jahren mit Schwierigkeiten zu kämpfen, hat sich unter der nun fokussierteren Führungsebene jedoch verbessert. Ein dreiköpfiger Vorstand, in dem der Stadtkämmerer Daniel Wieneke kommissarisch die Geschäftsführung übernimmt, hat die Behörde stabilisiert. Horst Gabriel, Mitglied der CDU, leitet den Aufsichtsrat und sorgt für zusätzliche Kontrolle.
Bisher verfolgte die WiFö einen reaktiven Ansatz und wartete darauf, dass Unternehmen Unterstützung suchten. Heute geht sie proaktiv auf Solinger Betriebe zu, um deren Bedürfnisse zu erkennen. Dieser Strategiewechsel wird von lokalen Politikern begrüßt, darunter die Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Stadtrat, Ruth Fischer-Bieniek und Leon Kröck. Sie loben die klarere interne Struktur der WiFö und ihre Rolle als Brückenbauer zwischen Wirtschaft und Kommunalpolitik.
Die Grünen betonen zudem die Notwendigkeit einer stärkeren regionalen Zusammenarbeit. Sie setzen sich für einen gemeinsamen "Bergischen" Ansatz ein, der Wuppertal, Solingen und Remscheid zusammenbringt, um wirtschaftliche Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen. Derweil hat der Stadtrat beschlossen, nicht automatisch neue Gewerbeflächen am Stadtrand auszuweisen. Die Grünen unterstützen diesen Schritt und verweisen auf Nutzungskonflikte sowie die Notwendigkeit, den tatsächlichen Bedarf vor einer Ausweisung zu prüfen.
Solingens Wirtschaft befindet sich im Wandel – künftiges Wachstum wird vor allem im Dienstleistungssektor, insbesondere im Gesundheitsbereich, erwartet. Diese Branchen haben andere Standortanforderungen als die traditionelle Industrie. Auch die künstliche Intelligenz wird Geschäftsprozesse verändern und den Bedarf an großen Industrieflächen verringern. Stattdessen sollte die Stadt ihre bestehenden brachliegenden Gewerbegebiete gezielt vermarkten – unter Berücksichtigung von Klimawandel, Grünflächen, Gesundheitsrisiken und Artenschutz.
Die neue Führung der WiFö hat einen proaktiveren und kooperativeren Ansatz in der Wirtschaftsförderung etabliert. Mit Fokus auf Dienstleistungen und nachhaltiger Flächennutzung will Solingen den kommenden Herausforderungen begegnen. Die Forderung der Grünen nach regionaler Zusammenarbeit und sorgfältiger Planung spiegelt den breiteren Trend zu einem nachhaltigen Wachstum wider.
