25 March 2026, 10:06

Solingen gedenkt zwei Jahre nach dem tödlichen Brandanschlag mit vier Toten

Schwarze und weiße Gravur von Menschen, die sich um ein Feuer versammelt haben, einige schauen ängstlich nach oben und andere ehrfürchtig nach unten, mit Text oben und unten auf dem Papier.

Solingen gedenkt zwei Jahre nach dem tödlichen Brandanschlag mit vier Toten

Gedenkveranstaltung zum zweiten Jahrestag des Solinger Brandanschlags

Heute findet eine Gedenkveranstaltung zum zweiten Jahrestag des Brandanschlags von Solingen statt. Rund 100 Menschen werden erwartet, um der Opfer zu gedenken. Die Tragödie, die sich am 25. März 2024 ereignete, forderte vier Todesopfer und hinterließ weitere schwer verletzt.

Der Anschlag geschah, als der damals 39-jährige Daniel S. ein Wohnhaus in der Grünewalder Straße vorsätzlich in Brand setzte. Eine junge Familie kam ums Leben, während ein Paar mit seinem Kleinkind nur durch einen Sprung aus dem dritten Stock überlebte. Daniel S. wurde wegen der Tat zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Die Ermittler gingen von einem krankhaften Motiv aus: Er habe sich selbst erhöhen wollen, indem er andere erniedrigte. Trotz der Schwere der Tat entschied das Bundesamt für Justiz, dass Entschädigungsleistungen nur bei staatfeindlicher, antisemitischer oder rassistischer Motivation gewährt werden – was hier nicht zutraf.

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Zwei Jahre später erhalten Überlebende und Angehörige der Opfer weiterhin keine finanzielle Unterstützung. Die in Bulgarien lebenden Eltern der getöteten Familie sehen sich zusätzlichen Hürden gegenüber, um einen Schockschaden (psychisches Trauma) nachzuweisen und damit Anspruch auf Hilfe zu haben. Gleichzeitig kämpft ein junges Paar, das mit seinem Kleinkind dem Feuer entkam, noch immer um Entschädigung nach dem Opferentschädigungsgesetz. Die Opferberatung Rheinland, eine Opferhilfeorganisation, steht den Betroffenen weiterhin zur Seite.

Der Anschlag steht für einen besorgniserregenden Trend rechtsextremer Gewalt in Deutschland. Seit 2020 registriert die Polizei jährlich Zehntausende solcher Straftaten – allein 2025 waren es über 40.000. Viele wurden als rassistisch oder fremdenfeindlich eingestuft, besonders in ostdeutschen Bundesländern wie Sachsen und Thüringen. Die genauen Zahlen gewalttätiger Übergriffe schwanken, bleiben aber auf alarmierend hohem Niveau.

Die heutige Gedenkveranstaltung erinnert an die verlorenen Leben und die anhaltenden Kämpfe der Überlebenden. Ohne Entschädigung leiden die Familien weiterhin unter finanziellen und emotionalen Belastungen. Der Fall zeigt auch die anhaltenden Herausforderungen im Umgang mit rechtsextremer Gewalt in ganz Deutschland.

Quelle