Schüler und Polizei kämpfen gemeinsam gegen Verkehrsgefahren in Siegen-Wittgenstein
Emma KrauseSchüler und Polizei kämpfen gemeinsam gegen Verkehrsgefahren in Siegen-Wittgenstein
Schüler in Siegen-Wittgenstein gehen mit der Polizei gegen Verkehrsgefahren vor
In Siegen-Wittgenstein haben sich Kinder mit der örtlichen Polizei zusammengeschlossen, um die Verkehrssicherheit in der Nähe von Schulen zu verbessern. Am 16. Juni unterstützten Viertklässler der Grundschule Fellinghausen die Beamten bei Verkehrskontrollen und halfen dabei, das Verhalten der Autofahrer zu überwachen. Der Anstoß für die Aktion kommt nicht von ungefähr: In diesem Jahr haben sich die Verkehrsunfälle mit Kindern in der Region drastisch erhöht.
Im Fokus der Kontrollen standen Rasen sowie die korrekte Nutzung von Kindersitzen. Fast 120 Fahrer wurden während des Einsatzes angehalten – 36 erhielten freundliche Hinweise auf kleinere Verstöße, 81 wurden für ihr vorbildliches Verhalten gelobt. Nur zwei Knöllchen wegen überhöhtem Tempo wurden ausgestellt, und zwar bei schweren Verstößen während der Mittagskontrollen in Osthelden.
Bereits eine Woche zuvor hatte es eine ähnliche Aktion gegeben: Am 11. Juni wurden in der Nähe einer Grundschule in Wilnsdorf fünf Autofahrer an die Regeln erinnert, während 30 für ihre Vorsicht belobigt wurden. Viele Unfälle mit Kindern passieren auf dem Schulweg oder bei Ausflügen in der Freizeit – ein Grund, warum die Behörden die Überwachung verschärfen wollen.
Polizeidirektor Marcel Zirnsak betonte den besonderen Wert der Kinderbeteiligung: „Ihre Anwesenheit wirkt auf die Autofahrer wie ein mächtiger Weckruf.“ Auch Landrat Andreas Müller lobte das Engagement der Schüler, die das Verkehrsteam mit großer Begeisterung unterstützten.
Hinter der Kampagne steht eine alarmierende Entwicklung: Die Zahl der verletzten Kinder im Straßenverkehr in Siegen-Wittgenstein ist 2024 um 74 Prozent gestiegen – bisher wurden 99 Kinder verletzt. Durch die Kombination aus polizeilicher Präsenz und Schülerbeteiligung wollen die Verantwortlichen die Risiken besonders zu Stoßzeiten verringern. Die Initiative soll als Teil umfassender Maßnahmen fortgeführt werden, um junge Fußgänger und Mitfahrer besser zu schützen.






