24 February 2026, 22:38

Scheinprozess gegen die AfD: Sollte die Partei verboten werden?

Eine Zeichnung eines Gerichtssaals mit Menschen auf St├╝hlen und Stehpl├Ątzen, einem Podium mit Mikrofon auf der rechten Seite, Fenstern auf der linken Seite und Text unten.

Scheinprozess gegen die AfD: Sollte die Partei verboten werden?

Ein Scheinprozess unter der Leitung des Schweizer Regisseurs Milo Rau stellt die deutsche Rechtspopulistenpartei AfD auf den Prüfstand. Unter dem Titel "Prozess gegen Deutschland" debattierte eine siebenköpfige Jury, ob die Partei verboten werden sollte. Den Vorsitz führte die ehemalige Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin – das Ziel: eine öffentliche Diskussion über brennende politische Fragen anstoßen.

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Rau, bekannt für seine inszenierten Gerichtsverhandlungen, versammelte für die Debatte reale Opfer, Expert:innen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Seine Arbeiten setzen sich oft mit umstrittenen Themen auseinander und zwingen das Publikum, sich mit unangenehmen Wahrheiten zu konfrontieren. Diesmal stand die Rolle der AfD in der deutschen Demokratie im Mittelpunkt.

Nicht alle Beteiligten blieben bis zum Ende. Einige zogen ihre Teilnahme kurzfristig zurück – angeblich schockiert von der Vorstellung, mit Vertretern der extremen Rechten auf einer Bühne zu stehen. Dennoch führte die Jury ihre Beratungen fort.

Das Ergebnis: eine Empfehlung, ein mögliches Verbot der AfD zu prüfen. Zwar hatte der Prozess keine rechtliche Bindung, doch spiegelte er reale Debatten über Extremismus und Meinungsfreiheit wider. Raus Inszenierungen verwischen häufig die Grenze zwischen Theater und Wirklichkeit und nötigen die Zuschauer:innen, sich mit unbequemen Fragen auseinanderzusetzen.

Der Scheinprozess endete mit dem Appell, die Zukunft der AfD in der deutschen Politik zu untersuchen. Zwar symbolisch, doch unterstrich die Veranstaltung die wachsenden Bedenken über den Einfluss der Partei. Raus Ansatz sorgt dafür, dass diese Diskussionen nicht auf der Bühne bleiben, sondern in die öffentliche Debatte hineintragen.