05 June 2026, 18:01

Ruhrgebiet setzt auf tiefe Geothermie: Forscher erkunden unterirdische Wärmequellen unter Bochum

Tiefe Geothermie: Eine Karte des Bochumer Untergrunds

Ruhrgebiet setzt auf tiefe Geothermie: Forscher erkunden unterirdische Wärmequellen unter Bochum

Ein neues Forschungsprojekt soll das Potenzial tiefer Geothermie unter dem Ruhrgebiet erkunden. Die Initiative „VESTA CONTRAST“ wird die unterirdischen Gesteinsschichten im Süden Bochums kartieren, um nachhaltige Wärmequellen zu identifizieren. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) fördert das Vorhaben mit rund 330.000 Euro.

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Geothermie wird bereits seit Langem zur Wärmeversorgung in Städten wie München oder Paris genutzt. Oberflächennahen Systeme versorgen zudem Einfamilienhäuser mit Wärme, indem sie die nahen Erdschichten anzapfen. Um diese Technologie jedoch auf ganze Städte auszuweiten, müssen nun tiefere geologische Strukturen untersucht werden.

Im Fokus des Projekts stehen Sandsteinschichten aus dem Karbon, die vor etwa 300 Millionen Jahren entstanden. Die Forscher:innen werden einen fünf Kilometer langen Abschnitt unter Bochum und Witten vermessen – in Tiefen von bis zu 2.000 Metern. Da die Temperaturen in der Region pro 100 Meter um etwa 3 °C steigen, deutet vieles auf ein beträchtliches geothermisches Potenzial hin.

Bei Erfolg könnten die Erkenntnisse einen erheblichen Teil des deutschen Wärmebedarfs decken. Schätzungen zufolge ließen sich drei Viertel der bestehenden Gebäude geothermisch beheizen. Zudem könnten tiefe Geothermie-Anlagen etwa ein Viertel der kommunalen Fernwärmenetze und des industriellen Wärmebedarfs abdecken.

Ziel von „VESTA CONTRAST“ ist die Erstellung eines detaillierten geologischen Modells des Untergrunds. Diese Daten sollen künftige Geothermie-Projekte im Ruhrgebiet steuern. Die Ergebnisse könnten den Weg für eine breitere Nutzung nachhaltiger Wärmeversorgung in städtischen Räumen ebnen.

Quelle