Revolutionärer Fischkiemen-Filter soll Mikroplastik aus Waschmaschinen stoppen
Jakob MaierRevolutionärer Fischkiemen-Filter soll Mikroplastik aus Waschmaschinen stoppen
Ein neuer Filter, inspiriert von Fischkiemen, könnte die Menge an Mikroplastik, die von Miele-Waschmaschinen freigesetzt wird, drastisch reduzieren. Forscher der Universität Bonn und des Fraunhofer-Instituts haben die Technologie entwickelt, die über 99 Prozent der Kunststofffasern auffängt. Die Erfindung zielt auf eine der Hauptquellen für Umweltverschmutzung ab: Allein durch Wäsche kann ein Haushalt pro Jahr bis zu 500 Gramm Mikroplastik produzieren.
Der Filter ahmt das Kiemenreusensystem von Fischen wie Makrele und Sardine nach. Mithilfe der Querstromfiltration fängt er nahezu alle Mikroplastikpartikel ab, ohne dabei zu verstopfen – ein häufiges Problem bei herkömmlichen Filtern. Seine besondere Form sorgt für hohe Effizienz ohne Blockaden.
Aktuell gelangen Mikroplastikpartikel aus Waschmaschinen in die Abwassersysteme und landen schließlich im Klärschlamm, der als Dünger verwendet wird. Dadurch verbreiten sich die Fasern auf Ackerflächen und tragen zur weiteren Umweltbelastung bei. Das neue Design ermöglicht es, das gesammelte Mikroplastik nach mehreren Waschgängen zu komprimieren und mit dem normalen Hausmüll zu entsorgen. Das Team hat bereits ein deutsches Patent gesichert und strebt nun einen EU-weiten Schutz an. Bisher hat noch kein Unternehmen die Technologie lizenziert, doch die Forscher werben bei Herstellern für die Integration in künftige Waschmaschinenmodelle.
Der Filter bietet eine praktische Lösung, um die Mikroplastikbelastung durch Wäsche zu verringern. Bei flächendeckender Einführung könnte er verhindern, dass Tonnen von Fasern jährlich in Gewässer und Böden gelangen. Der nächste Schritt hängt davon ab, ob Hersteller das System in neue Geräte einbauen.
