07 June 2026, 14:06

Revolution in der Stammzellforschung: RauPE will Therapien skalierbar machen

Innovationsschub für die Biotechnologie in NRW

Revolution in der Stammzellforschung: RauPE will Therapien skalierbar machen

Forschungsprojekt RauPE soll Produktion von Stammzelltherapien revolutionieren

Ein neues Forschungsvorhaben mit dem Namen RauPE könnte die Herstellung von Stammzelltherapien grundlegend verändern. Ziel der Initiative ist es, ein skalierbares und automatisiertes System für die Produktion von extrazellulären Vesikeln (EVs) zu entwickeln – winzige Partikel, die von Stammzellen freigesetzt werden. Diese Vesikel zeigen vielversprechende Ansätze bei der Behandlung degenerativer Erkrankungen und bestimmter Krebsarten, lassen sich bisher jedoch nur schwer in großen Mengen herstellen.

Im Mittelpunkt des RauPE-Projekts steht die Entwicklung einer vollautomatisierten Plattform, die sowohl die Vermehrung von Stammzellen als auch die Gewinnung hochwertiger EVs ermöglicht. Kernstück ist ein membranbasierter Rührbioreaktor der Firma BioThrust GmbH, der eine effiziente und schonende Expansion empfindlicher Stammzellen erlaubt. Dieses System wird in das AUTOSTEM-Laborsystem integriert, um jeden Schritt der EV-Produktion zu optimieren.

Extrazelluläre Vesikel sind fragile, von Membranen umschlossene Partikel, die aus Stammzellen stammen. Sie bergen großes Potenzial für medizinische Anwendungen, erfordern jedoch präzise und skalierbare Herstellungsverfahren, um den strengen medizinischen Anforderungen zu genügen. Das Projekt zielt darauf ab, einen robusten Prozess zu etablieren, der gleichbleibende Qualität bei gleichzeitig sinkenden Kosten gewährleistet.

Drei Partner aus den Bereichen medizinische Biotechnologie, Bioverfahrenstechnik und Automatisierung arbeiten in dem Vorhaben zusammen. Durch ihre gebündelte Expertise soll der Zugang zu Stammzelltherapien für Patientinnen und Patienten erleichtert werden. Die Finanzierung von RauPE erfolgt über das EFRE.NRW-Programm, unterstützt vom Land Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union. Die Arbeiten starten im Juli 2024.

Bei Erfolg könnte das RauPE-Projekt die Produktionskosten für stammzellbasierte Therapien deutlich senken. Das automatisierte System würde eine Herstellung im größeren Maßstab ermöglichen – und das bei Einhaltung der medizinischen Zertifizierungsstandards. Dadurch könnten fortschrittliche Behandlungsmethoden künftig mehr Patientinnen und Patienten zugutekommen.

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