04 April 2026, 04:08

Rechtsextreme Demonstration in Münster an Heiligabend überraschend abgesagt

Eine Gruppe von Menschen marschiert bei einer Protestaktion gegen die Friedensbewegung in Berlin, einige halten Schilder und andere fahren Fahrräder, im Hintergrund ein Gebäude mit Fenstern, Bögen, Säulen und Skulpturen.

Rechtsextreme Demonstration in Münster an Heiligabend überraschend abgesagt

Eine geplante rechtsextreme Demonstration in Münster an Heiligabend wurde abgesagt. Die Veranstalter zogen ihre Anmeldung zurück und beendeten damit wochenlange Spannungen um die Kundgebung. Unterdessen bleibt eine Gegenveranstaltung des Bündnisses "Kein Meter den Nazis" für denselben Tag wie geplant angesetzt.

Die abgesagte Demonstration war Teil eines anhaltenden Streits um das Grab von Siegfried "SS-Siggi" Borchardt, einer Neonazi-Ikone, die in Dortmund beigesetzt wurde. Seit seinem Tod 2015 ist die Grabstätte immer wieder zum Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen rechtsextremen Gruppen und antifaschistischen Aktivisten geworden. Die Dortmunder Behörden lehnen es wiederholt ab, das Grab zu einer Pilgerstätte umzufunktionieren.

Rechtsextreme hatten sich in diesem Jahr bereits dreimal vor dem Oberverwaltungsgericht Münster versammelt, darunter am 13. September, als sie ihre Pläne für eine Rückkehr an Heiligabend bekanntgaben. Die Stadt ist in den vergangenen Jahren zu einem Brennpunkt solcher Aufmärsche geworden und wird in rechtsextremen Kreisen als "Frontstadt" bezeichnet.

Das Bündnis "Kein Meter den Nazis" begrüßte den Rückzug der Anmelder. Sprecher Carsten Peters deutete an, dass die eigenen Proteste die Entscheidung beeinflusst hätten. Trotz der Absage bleibt die geplante Gegenkundgebung bestehen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Absage mildert zwar die akuten Befürchtungen vor gewaltsamen Auseinandersetzungen an Heiligabend, doch der zugrundeliegende Konflikt um Borchardts Grab besteht fort. Antifaschistische Gruppen bleiben mobilisiert, während die Stadt Dortmund weiterhin jede Verherrlichung neonazistischer Symbole ablehnt. Die Situation spiegelt die übergeordneten Spannungen um rechtsextreme Aktivitäten in der Region wider.

Quelle