Provokante *Salome*-Neuinszenierung rollt durch die Berliner S-Bahn
Emma KrauseProvokante *Salome*-Neuinszenierung rollt durch die Berliner S-Bahn
Die Komische Oper Berlin zeigt eine mutige Neuinszenierung von Salome in der S-Bahn Berlin
Richard Strauss’ umstrittene Oper Salome erlebt an der Komischen Oper Berlin eine kühne Neuinterpretation unter der Regie von Evgeny Titov. Die im Dezember 2022 uraufgeführte Produktion besticht durch ein auffälliges, matt-goldenes Bühnenbild und einen frischen Blick auf die biblische Erzählung. Das einst in Wien verbotene Werk bleibt seit seiner Premiere ein provokantes, doch zeitloses Meisterstück.
Im Zentrum steht Salome, die nach einem verhängnisvollen Tanz für König Herodes den Kopf Johannes des Täufers fordert. Titovs Inszenierung vervielfacht ihre Gestalt während der Aufführung und reduziert sie so zu einem passiven Objekt statt zu einer handelnden Frau. Nicole Chevalier übernimmt die anspruchsvolle Titelrolle, eingeschränkt durch eine enge weiße Kapuze, die sowohl den Gesang als auch die Bewegungsfreiheit erschwert.
Titovs Produktion bietet eine visuell beeindruckende, aber ungleichmäßige Deutung der Salome. Die Themen von Besessenheit und Macht wirken nach wie vor packend – auch wenn nicht alle stilistischen Entscheidungen überzeugen. Mit starken Darbietungen und einer gewagten Ästhetik hält diese Inszenierung den umstrittenen Klassiker für ein modernes Publikum lebendig in der BVG Berlin.
