Pilotkurs für Wasserstofftechnologie im Ruhrgebiet bildet erste Fachkräfte aus
Moritz RichterPilotkurs für Wasserstofftechnologie im Ruhrgebiet bildet erste Fachkräfte aus
Pilotkurs zu Wasserstofftechnologie im Ruhrgebiet erfolgreich abgeschlossen
Im Ruhrgebiet ist kürzlich ein Pilotlehrgang zur Wasserstofftechnologie zu Ende gegangen. Sechzehn Teilnehmende schlossen das dreimonatige Programm Ende Januar 2026 erfolgreich ab und erhielten Zertifikate in einem Bereich, der als entscheidend für die Energiewende gilt. Die Initiative ist Teil des übergeordneten Projekts H2!Raum und soll Unternehmen der Region dabei unterstützen, sich an die neuen industriellen Anforderungen anzupassen.
Der Kurs mit dem Titel "Grundlagen der Wasserstofftechnologie für industrielle Meisterinnen und Meister" wurde im Rahmen des H2!Academy-Projekts entwickelt. Im Fokus standen die Herausforderungen, vor denen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) beim Umstieg auf wasserstoffbasierte Prozesse stehen. Besonders geschätzt wurden von den Teilnehmenden die Vernetzungsmöglichkeiten mit Kolleginnen, Kollegen und Dozenten sowie der praxisnahe Ansatz, etwa zu Anwendungen wie Prozesswärme.
Das Feedback der Absolventinnen und Absolventen fiel durchweg positiv aus, sodass die Veranstalter den Lehrgang überarbeiten und neu auflegen wollen. Zwar gibt es noch keine genauen Zahlen dazu, wie viele Unternehmen im Ruhrgebiet Wasserstoff bereits in der Produktion einsetzen, doch die H2Raum-Initiative – getragen von der Westfälischen Hochschule und dem Fraunhofer-Institut für Energieinfrastrukturen und Geothermie (IEG) – unterstützt die Transformation der Region. Branchen wie Chemie und Stahl, zu denen auch Unternehmen wie Evonik gehören, erkunden bereits Wasserstofflösungen.
Prof. Dr.-Ing. Michael Brodmann betonte die doppelte Rolle von Wasserstoff in der Energiewende: als sauberer Brennstoff sowie als Medium zur Speicherung und zum Transport erneuerbarer Energien. Parallel arbeitet die IHK Nord Westfalen daran, Wasserstofftechnologie in die standardisierte Ausbildungsordnung für industrielle Meister zu integrieren. Das H2!Raum-Projekt selbst wird vom Bundesministerium für Bildung, Forschung und Technologie gefördert und fördert die Zusammenarbeit regionaler Akteure.
Der Erfolg des Kurses spiegelt die wachsende Nachfrage nach Wasserstoff-Know-how in der Industrie des Ruhrgebiets wider. Mit Plänen zur Ausweitung der Schulungen und deren Verankerung in der formalen Ausbildung soll die Initiative Fachkräfte für eine klimaneutrale Zukunft rüsten. Die Veranstalter werden das Programm nun auf Basis der Teilnehmerrückmeldungen überarbeiten, bevor es erneut angeboten wird.
