Pflegekosten: Warum erwachsene Kinder nicht stärker belastet werden sollen
Jakob MaierPflegekosten: Warum erwachsene Kinder nicht stärker belastet werden sollen
Ein Vorschlag, erwachsene Kinder früher an den Pflegekosten ihrer Eltern zu beteiligen, stößt auf Kritik. Der Wirtschaftsexperte Martin Werding warnte, dass der Plan ältere Menschen davon abhalten könnte, soziale Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Stattdessen schlug er eine Alternative vor: den Zuschlag für kinderlose Personen zu erhöhen.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken prüft derzeit eine Anhebung des Zuschlags für kinderlose Versicherte in der Pflegeversicherung. Derzeit bei 0,6 Prozent liegend, soll dieser auf 0,7 Prozent steigen.
Werding sprach sich jedoch gegen die Idee aus, erwachsene Kinder schneller zur Kasse zu bitten. Er argumentiert, dass diese bereits einen großen Teil der Pflegekosten tragen und so die Belastung für das Versicherungssystem verringern. Zudem fürchtet er, dass Senioren sich scheuen könnten, Sozialämter aufzusuchen, falls die neue Regelung in Kraft tritt.
Anstatt Familien stärker zu belasten, befürwortet Werding eine Erhöhung des Zuschlags für Kinderlose. Dies halte er für eine gerechtere Lösung, um die Pflegefinanzierung zu sichern, ohne zusätzliche Lasten auf erwachsene Kinder abzuwälzen oder ältere Menschen von der Inanspruchnahme von Hilfe abzuhalten.
Die Debatte dreht sich darum, wie die Pflegefinanzierung gesichert werden kann, ohne Familien zu überlasten oder Senioren von der Hilfe abzuhalten. Während Werding den Fokus auf Kinderlose lenkt, prüft die Regierung ihre Optionen. Jede Änderung des Zuschlags würde Millionen von Beitragszahlern im System betreffen.






