06 January 2026, 06:33

NRW will Regionalverkehr revolutionieren – doch Kommunen warnen vor Risiken

Ein Zug auf Eisenbahnschienen mit Menschen, die links stehen und einem Dach oben im Bild.

NRW Stadtverordnetenversammlung für ein staatsbetriebenes Eisenbahnunternehmen - NRW will Regionalverkehr revolutionieren – doch Kommunen warnen vor Risiken

Nordrhein-Westfalen plant grundlegende Reformen im Regionalverkehr

Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen erwägt weitreichende Veränderungen im regionalen Bahn-Netz. Die Pläne sehen vor, dass das Land die volle Kontrolle über den Nahverkehr übernimmt, um Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit zu verbessern. Damit folgt NRW dem Vorbild anderer Bundesländer wie Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, wo bereits landeseigene Bahn-Unternehmen den Regionalverkehr steuern.

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Verkehrsminister Oliver Krischer schlägt vor, den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) unter zentrale Landesaufsicht zu stellen. Sein Konzept zielt darauf ab, die seit Langem bestehenden Probleme mit Verspätungen und unregelmäßigen Verbindungen zu lösen. Hunderttausende Pendler und Reisende sind täglich auf diese Züge angewiesen.

Der Städtetag Nordrhein-Westfalen hat als Gegenentwurf ein eigenes Modell vorgelegt: ein vollständig in Landeshand befindliches Bahn-Unternehmen, das den Regionalverkehr organisiert. Christian Schuchardt, Hauptgeschäftsführer des Städtetags, unterstützt diesen Ansatz. Seiner Meinung nach sei dies die logische Konsequenz, wenn das Land Planung, Betrieb und Gestaltung vollständig selbst steuern wolle. Gleichzeitig äußert der Städtetag jedoch Bedenken. Er kritisiert, dass das Land weder ausreichend Finanzmittel bereitstelle noch die volle rechtliche Verantwortung für SPNV-Entscheidungen übernehme. Bisher verwalten Kommunen Teile des Systems und benötigen finanzielle Spielräume, um reibungslose Anschlüsse und Zusatzangebote zu sichern. Ohne ausreichende Mittel und Haftungsregelungen, warnen die Kommunen, könnten bei der Umstellung Qualitätslücken entstehen.

Andere Bundesländer sind bereits ähnliche Wege gegangen. Bis Anfang 2026 hatten Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt auf Basis des Regionalisierungsgesetzes eigene landeseigene Bahn-Unternehmen gegründet. Diese Modelle könnten Nordrhein-Westfalen als Vorbild dienen.

Die Debatte um die Neuordnung des SPNV in NRW dreht sich vor allem um Finanzierung, Haftungsfragen und Servicequalität. Sollte das Land die Kontrolle übernehmen, muss es die von den Kommunen vorgebrachten finanziellen und rechtlichen Bedenken ausräumen. Die Entscheidung wird maßgeblich prägen, wie Millionen Fahrgäste den Regionalverkehr in den kommenden Jahren erleben.