NRW-Sportvereine erhalten digitalen Schutz gegen sexualisierte Gewalt
Moritz RichterNRW-Sportvereine erhalten digitalen Schutz gegen sexualisierte Gewalt
Neues Tool gegen sexualisierte Gewalt in Sportvereinen Nordrhein-Westfalens
Ein neues Instrument soll helfen, sexualisierte Gewalt in Sportvereinen in Nordrhein-Westfalen zu bekämpfen. Der Landessportbund hat einen Schutzkonzept-Generator entwickelt, mit dem Vereine Missbrauch präventiv verhindern können. Das System zielt darauf ab, durch klare Leitlinien und praktische Maßnahmen das Bewusstsein zu schärfen und gefährliches Verhalten von vornherein zu unterbinden.
Der Schutzkonzept-Generator funktioniert wie ein interaktiver Fragebogen und ist für jeden Verein leicht anwendbar. Er führt Nutzer:innen Schritt für Schritt durch eine Reihe von Fragen, um mögliche Risikobereiche zu identifizieren – etwa Umkleidekabinen oder Einzeltrainings. Sobald diese erkannt sind, können Vereine gezielt Gegenmaßnahmen ergreifen.
Das Tool bietet zudem ein Grundgerüst mit Mindeststandards und bewährten Praktiken. So wird etwa davon abgeraten, dass Trainer:innen mit einzelnen Kindern allein unterwegs sind. Eine visuelle Hilfestellung in Form einer bebilderten Übersicht unterstützt Mitglieder dabei, potenzielle Gefahrenstellen im Vereinsalltag zu erkennen.
In einer ersten Phase testen 600 Vereine das System. Lara ter Veer vom Landessportbund betonte, dass sexualisierte Gewalt überall vorkommen könne – auch in scheinbar sicheren Umfeldern wie Sportvereinen. Ziel sei es, durch präventive Maßnahmen sichere Räume zu schaffen und Schutzkonzepte fest in der Vereinsarbeit zu verankern.
Der Schutzkonzept-Generator gibt Vereinen eine strukturierte Herangehensweise an die Thematik an die Hand. Durch die Identifikation von Risikobereichen und klare Regeln sollen Gefahren von Anfang an minimiert werden. Die Testphase wird zeigen, wie effektiv das Tool künftig flächendeckend eingesetzt werden kann.






