04 February 2026, 06:17

NRW plant Sprachförderung ab 2028 – doch Schulen warnen vor Überlastung

Eine Gruppe von Menschen, einige mit Taschen, geht vor einem großen weißen Gebäude mit Fenstern und Türen vorbei, das von Bäumen umgeben ist und einen klaren blauen Himmel hat.

NRW plant Sprachförderung ab 2028 – doch Schulen warnen vor Überlastung

Nordrhein-Westfalen führt ab 2028 verpflichtende Sprachförderprogramme für Kinder ein – doch die Maßnahme stößt auf Skepsis. Zwar sollen damit Defizite in den frühen Sprachkenntnissen behoben werden, doch Schulen und Kitas stehen bereits jetzt unter enormem Druck. Kritiker warnen, das neue System könnte die bestehenden Probleme verschärfen, statt sie zu lösen.

Kinder, die in frühen Sprachtests durchfallen, sollen künftig in sogenannten "ABC-Klassen" gefördert werden. Diese Kurse zielen darauf ab, die Deutschkenntnisse vor der Einschulung zu verbessern. Doch jede Stunde, die die Kinder dort verbringen, fehlt im regulären Unterricht.

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Vor allem Grundschulen in Städten wie Solingen sind bereits am Limit. Klassenzimmer und Gruppenräume sind knapp, Lehrkräftemangel führt regelmäßig zu Unterrichtsausfällen. Experten befürchten, dass das neue System die Last lediglich von den Kitas auf die Schulen verlagert – und damit die Frustration unter den Beschäftigten weiter steigen lässt.

Auch Sozialpädagoginnen und -pädagogen drohen überlastet zu werden. Die Einrichtung mehrerer Vorkursgruppen erfordert zusätzliches Personal, doch das Land hat noch nicht geklärt, wer diese Stellen besetzen soll. Zudem stellt der mehrmalige wöchentliche Transport der Kinder zwischen Kitas und Schulen eine weitere logistische Hürde dar.

Die Kommunen sehen sich mit der Aufgabe konfrontiert, ohne ausreichende Mittel für Neubauten oder Planung. Bildungsministerin Dorothee Feller (CDU) hat versichert, dass kein Kind ohne ausreichende Deutschkenntnisse eingeschult werden solle. Angesichts der ohnehin angespannten Ressourcen bleibt jedoch ungewiss, wie realistisch dieses Versprechen ist.

Zwar soll das neue Sprachfördersystem Lücken in der frühen Bildung schließen. Doch ohne zusätzliches Personal oder Finanzmittel könnten Schulen und Kitas an ihre Grenzen stoßen. Die Politik riskiert, weitere Belastungen zu schaffen – es sei denn, das Land legt nach und präsentiert klare Lösungen für die Umsetzung.