02 February 2026, 20:15

NRW-Gesundheitsminister diskutiert Zukunft der Apotheken mit Noweda in Essen

Eine Apotheke an einer Straßenecke mit Glaswänden und -türen, Plakate an den Wänden und einer Straße davor.

NRW-Gesundheitsminister diskutiert Zukunft der Apotheken mit Noweda in Essen

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat kürzlich das Pharma-Großhandelslager des Unternehmens Noweda in Essen besucht – eines der größten Europas. Bei dem Termin tauschte er sich mit Dr. Michael Kuck und Udo Harneit, dem Vertriebsleiter, über die aktuellen Herausforderungen für Apotheken und Großhändler aus. Im Mittelpunkt standen dabei der Entwurf des Apothekenbetriebs- und Versorgungsgesetzes (ApoVWG) sowie dessen finanzielle Auswirkungen auf die Branche.

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Während des Besuchs begutachtete Minister Laumann die Essener Niederlassung von Noweda, die täglich rund 1.000 Apotheken in ganz Deutschland beliefert. Die Dimensionen des Lagers verdeutlichten die Komplexität der pharmazeutischen Logistik und die Abhängigkeit des Sektors von effizienten Vertriebsnetzen.

Dr. Kuck und Harneit äußerten Bedenken hinsichtlich der im ApoVWG vorgesehenen finanziellen Regelungen und kritisierten insbesondere die unzureichenden Anpassungen der Apothekenvergütungen. Themen waren auch das Apothekenfixum sowie die laufenden Verhandlungen mit dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV-Spitzenverband). Beide Seiten waren sich einig, dass das aktuelle verhandlungsbasierte Modell für die Vergütung ein erhebliches Hindernis darstellt.

Bei dem Treffen ging es zudem um das erweiterte Leistungsspektrum moderner Apotheken, etwa Impfungen, Diagnostik oder die Versorgung mit Hilfsmitteln – viele dieser Dienstleistungen werden über Plattformen wie IhreApotheken.de angeboten. Laumann schlug vor, eine selbst verhandelte Versorgungszuschlag im fünften Sozialgesetzbuch (SGB V) zu verankern, um eigenständige Verhandlungen zu ermöglichen, ohne die bestehenden Strukturen zu verändern. Sowohl der Minister als auch Dr. Kuck lehnten das Modell einer "abgespeckten Apotheke" entschieden ab und betonten die unverzichtbare Rolle der Vollsortiment-Apotheken.

Die Gespräche endeten mit der Anerkennung des finanziellen und betrieblichen Drucks, unter dem Apotheken stehen. Laumanns Vorschlag, einen Versorgungszuschlag im SGB V zu verankern, zielt darauf ab, eigenständige Verhandlungen zu fördern, ohne das bestehende System zu ändern. Die großflächigen Operationsabläufe von Noweda in Essen bleiben unterdessen entscheidend für die landesweite Belieferung der Apotheken.