Neue IBAN-Prüfung bei Überweisungen sorgt für Chaos in der Eurozone
Jakob MaierNeue IBAN-Prüfung bei Überweisungen sorgt für Chaos in der Eurozone
Seit zwei Monaten prüfen Banken vor Überweisungen den Namen des Empfängers. Was die Sicherheit erhöhen sollte, sorgt auch für Probleme.
Banken in der Eurozone überprüfen seit zwei Monaten, ob der Name des Empfängers mit der angegebenen IBAN übereinstimmt, bevor sie Überweisungen ausführen. Der neue Sicherheitsmechanismus, der vor zwei Monaten eingeführt wurde, soll Betrugsfälle verhindern, indem er Abweichungen erkennt. Doch das System verursacht bereits jetzt Komplikationen – sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen.
Der European Payments Council (EPC) verlangt von den Banken, dass sie prüfen, ob der vom Absender eingegebene Name mit dem hinterlegten Namen der Empfänger-IBAN übereinstimmt. Diese Regel, bekannt als Empfängerprüfung (Verification of Payee, VoP), ist seit Oktober 2025 für Überweisungen innerhalb der Eurozone verpflichtend. Bis zum Sommer 2027 wird sie auf alle EU-Länder ausgeweitet.
Stimmt der Name nicht exakt überein, erhalten die Absender eine Warnmeldung – oft in Form einer grünen, gelben oder roten Kennzeichnung. Sie können dann entscheiden, ob sie die Überweisung trotzdem durchführen oder abbrechen. Bei kleinen Abweichungen korrigieren Banken mitunter die Angaben oder geben weitere Hinweise. Doch da exakte Übereinstimmungen selten sind, kommt es häufig zu Warnmeldungen.
Besonders betroffen sind Unternehmen und Finanzämter. Ihre offiziell eingetragenen Firmennamen weichen oft von den bei den Banken hinterlegten Bezeichnungen ab, was zu unnötigen Warnmeldungen führt. Verbraucherschützer raten, solche Hinweise ernst zu nehmen und vor einer Überweisung die korrekte IBAN beim Empfänger zu bestätigen.
Zum Schutz der Privatsphäre empfiehlt der EPC den Banken, dem Absender nur den ursprünglich eingegebenen Namen anzuzeigen. Während der Prüfung dürfen keine zusätzlichen Details preisgegeben werden. Die neue Regelung gilt ausschließlich für Überweisungen zwischen Girokonten, nicht für andere Kontenarten.
Das System zur Namens-IBAN-Abgleichung soll betrügerische Transaktionen reduzieren. Zwar bietet es eine zusätzliche Sicherheitsebene, doch es erschwert auch legitime Zahlungen. Nutzer müssen nun vor dem Absenden von Überweisungen besonders sorgfältig prüfen, um unnötige Verzögerungen oder Fehler zu vermeiden.
