Mönchengladbach trotzt dem Wohnungsbau-Tief in NRW mit Rekordzahlen
Wohnungsbau in Nordrhein-Westfalen auf 14-Jahres-Tief – doch Mönchengladbach setzt gegen den Trend
Im Jahr 2025 ist der Wohnungsbau in Nordrhein-Westfalen auf den niedrigsten Stand seit 14 Jahren gesunken: Nur 37.185 Wohnungen wurden fertiggestellt – ein Rückgang um 9,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch Mönchengladbach schwimmt gegen den Strom: Die Stadt hat ihre Bauaktivitäten fast verdreifacht und 758 neue Wohnungen errichtet. Damit liegt sie nun auf Platz drei im Landesvergleich und übertrifft die meisten großen Städte der Region.
In ganz Nordrhein-Westfalen leidet der Wohnungsbau unter steigenden Kosten und schwierigeren Finanzierungsbedingungen. Seit 2020 sind die Baugenehmigungen um 27,4 Prozent eingebrochen, während die Zinsen für Baukredite nach 2022 von nahe null auf drei bis vier Prozent stiegen. Auch die Baukosten kletterten Anfang 2025 um 3,2 Prozent – eine zusätzliche Belastung für Projektentwickler.
Mönchengladbach als positive Ausnahme Die Stadt am Niederrhein jedoch trotzt dem Abwärtstrend: Mit 758 fertiggestellten Wohnungen im Jahr 2025 erreicht sie eine Bauquote von 28,4 Wohnungen pro 10.000 Einwohner – 43 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Nur Köln und Münster bauten noch schneller.
Hinter dem Erfolg steht eine massive Aufstockung der Mittel für den sozialen Wohnungsbau. 2024 setzte Mönchengladbach 274 Prozent des ursprünglich veranschlagten Budgets ein – nach nur fünf Prozent im Jahr 2021. Zudem investierte die Stadt 2023 rund 43 Millionen Euro in ihr kommunales Wohnungsunternehmen, die WohnBau Mönchengladbach. Dank dieser Mittel konnten pro ausgegebenem Euro bis zu fünf weitere Euro an Fördergeldern mobilisiert werden.
„Wohnen für alle“ als Erfolgsrezept Oberbürgermeister Felix Heinrichs führt den Aufschwung auf langfristige Planung und entschlossenes Handeln zurück. Die Initiative „Wohnen für alle“ konzentriert sich auf bezahlbaren Wohnraum, barrierefreies Wohnen und die Belebung innerstädtischer Viertel. Die WohnBau Mönchengladbach treibt einen Großteil der Neubauten voran und sorgt so trotz schwieriger Marktbedingungen für stetige Fortschritte.
Mönchengladbachs Bauboom hebt sich in einem Bundesland ab, in dem der Wohnungsbau sonst ins Stocken geraten ist. Mit 758 neuen Wohnungen im Jahr 2025 und einer weit überdurchschnittlichen Bauquote zeigt die Stadt, wie gezielte Investitionen und eine klare Wohnungsbaupolitik Wirkung entfalten können. Das Modell könnte auch für andere Kommunen in Deutschlands angespanntem Wohnungsmarkt richtungsweisend sein.






