Millarden sparen: Wie intelligente Netzplanung den Stromausbau revolutioniert
Jakob MaierMillarden sparen: Wie intelligente Netzplanung den Stromausbau revolutioniert
Eine neue Studie des Energiewirtschaftlichen Instituts (EWI) an der Universität zu Köln zeigt Wege auf, wie die Kosten für den Ausbau des deutschen Stromnetzes gesenkt werden können. Da Projekte für erneuerbare Energien die Nachfrage nach neuen Netzanschlüssen vorantreiben, könnte eine intelligentere Netzplanung laut dem Bericht jährlich Milliarden einsparen. Die derzeitigen Anreize reichen jedoch nicht aus, um diese Einsparpotenziale zu erschließen.
Netzbetreiber stehen unter Druck, da der Ausbau erneuerbarer Energien den Bedarf an neuen Stromleitungen erhöht. Bis 2045 werden für den Ausbau der Verteilnetze voraussichtlich Investitionen in Höhe von 350 Milliarden Euro benötigt. Die Kosten für den Netzausbau variieren dabei stark – je nach Region liegen sie zwischen 61 und 180 Euro pro Kilowatt.
Die EWI-Forscher schlagen gemeinsame Netzanschlusspunkte für Solar-, Wind- und Batteriespeicheranlagen vor. Dieser Ansatz könnte durch eine bessere Auslastung der Netze und die Verringerung von Energieverlusten jährlich rund 1,8 Milliarden Euro einsparen. Batteriespeicher, die hinter den Anschlussstellen platziert werden, würden zudem die Abregelung von Strom weiter reduzieren und so die Netzeffizienz steigern.
Die Studie empfiehlt zudem die räumliche Kombination von Solar- und Windkraftanlagen. Zwar könnte dies die Abregelung leicht erhöhen, doch ließen sich dadurch jährlich 800 Millionen Euro sparen. Die bestehenden Anreize zur Optimierung von Netzanschlüssen seien jedoch unvollständig und könnten zu höheren Kosten und Wohlfahrtsverlusten führen. Neue Geschäftsmodelle seien nötig, um zusätzliche Batteriespeicherlösungen zu finanzieren und eine bessere Netzplanung zu fördern.
Die vorgeschlagenen Maßnahmen zielen darauf ab, die Kosten für den Netzausbau zu senken und gleichzeitig mehr erneuerbare Energien zu integrieren. Gemeinsame Anschlüsse und eine intelligentere Platzierung von Speichern könnten die jährlichen Ausgaben um Milliarden reduzieren. Ohne verbesserte Anreize und Finanzierungsmodelle bleiben viele dieser Einsparungen jedoch unerreichbar.






